Am 19. November 2025 erörterte die Nationalversammlung in Vietnam zwei bedeutende Gesetzesentwürfe, das geänderte Steuerverwaltungsgesetz und das geänderte Einkommensteuergesetz. Bei diesen Diskussionen kam insbesondere die Einkommensteuer auf Goldbarren sowie die Regelungen zu persönlichen Freibeträgen und der allgemeinen Einkommensteuer zur Sprache. Finanzminister Nguyen Van Thang stellte klar, dass die Besteuerung von Goldtransfers nicht primär dazu dient, die Staatseinnahmen zu erhöhen, sondern vielmehr einem anderen Ziel folgt.
Als wichtiges Element der Steuerreform wird die Anzahl der Stufen im progressiven Tarifsystem von sieben auf fünf gesenkt. Einige Delegierte haben sich jedoch dafür ausgesprochen, die sieben Stufen beizubehalten. Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Zudem wird ab dem 1. Januar 2026 eine Überprüfung des Steuersystems für Einzelunternehmer eingeführt, die progressive Steuersätze sowie neue Bestimmungen zu Gehältern, Löhnen und Abzügen umfasst.
Regulierung des Goldhandels
Die geplante Einführung einer Einkommensteuer auf Goldübertragungen sieht eine Besteuerung von 0,1% auf den Wert jeder Übertragung vor. Während die Regierung die Steuerpolitik weiterhin überwachen wird, bleibt das Hauptziel die Regulierung des Goldhandels, um Spekulationen zu vermeiden und nicht, um die Staatseinnahmen zu steigern. Dies wird in einem Kontext betrachtet, in dem Goldpreise Allzeithochs erreichen, was steuerliche Überlegungen für Anleger immer relevanter macht. Laut Börse Online sind Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold steuerfrei, solange die Haltedauer mindestens ein Jahr beträgt.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Goldanlagen unterscheiden sich jedoch je nach Form. Verkäufe innerhalb einer Spekulationsfrist unterliegen dem persönlichen Einkommensteuersatz, wenn der Gewinn die Steuerfreigrenze von 1.000 Euro pro Jahr übersteigt. Besondere Regelungen gelten auch für Gold-Sammlermünzen, Gold-ETCs, Gold-Investmentfonds und Gold-Warrants.
Einfluss der Steuerpolitik auf Anleger
In einem sich verändernden Steuersystem könnte die Steuerreform von 2025 erhebliche Auswirkungen auf die Anlagestrategien von wohlhabenden Privatpersonen und Institutionen haben. Experten prognostizieren, dass Gold trotz möglicher Preisschwankungen weiterhin als sicherer Hafen fungieren wird. Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten könnten die Nachfrage nach Gold weiter anheizen. Prognosen für den Goldpreis im Jahr 2026 deuten auf eine positive Entwicklung hin, mit Preisen zwischen 4.450 und 5.200 US-Dollar pro Unze.
Die Steuerpolitik könnten auch dazu führen, dass Anleger Gold als eine bevorzugte Anlageform in Betracht ziehen, insbesondere aufgrund von steigenden Steuerlasten auf hohe Einkommen und Vermögen. Diese neuen steuerlichen Regelungen beinhalten unter anderem Abgaben auf Vermögenswerte über einer Milliarde Euro und zusätzliche Steuern auf Einkommen über 250.000 Euro pro Jahr. Da die Kapitalertragsteuer auf Wertpapiere und Dividenden erhöht wurde, wird Gold als weniger anfällig für Markt- und politische Schwankungen sowie als Inflationsschutz angesehen und erhält damit an Bedeutung für den Finanzsektor.
Abschließend ist festzustellen, dass die bevorstehenden steuerlichen Veränderungen sowohl die Rahmenbedingungen für Goldtransfers in Vietnam als auch die Anlegerverhalten in der gesamten Finanzlandschaft erheblich beeinträchtigen könnten. Die gesetzgeberischen Anpassungen spiegeln nicht nur die wirtschaftlichen Ziele der Regierung wider, sondern auch die globalen Trends im Umgang mit Gold als Anlageform.