Das Börsendebüt von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) am 20. Oktober 2025 an der Frankfurter Börse hat für große Aufregung gesorgt. Die Aktie begann mit einem Preis von 60 Euro und stieg während des Handels sogar auf fast 100 Euro. Die Bewertung von TKMS überschritt zeitweise 5 Milliarden Euro, was das Unternehmen zwischenzeitlich wertvoller machte als seinen Mutterkonzern Thyssenkrupp, dessen Aktien jedoch stark in den Keller rutschten. Thyssenkrupp-Aktionäre erlebten zu Wochenbeginn einen Kursrückgang von rund 17 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Freitag. [Focus] berichtet, dass die Thyssenkrupp-Aktie am Montagmorgen etwa ein Fünftel niedriger gehandelt wurde als zuvor.

Der Hintergrund für diese Schwankungen ist die Abspaltung von TKMS und dessen erstmaliger Zugang zum Kapitalmarkt. Aktionäre von Thyssenkrupp erhielten für jeweils 20 Aktien eine TKMS-Aktie. Nach dem Börsengang beträgt der Börsenwert von TKMS bereits mehr als drei Viertel des Wertes von Thyssenkrupp selbst. TKMS gilt als Weltmarktführer für nicht-nuklear betriebene U-Boote und hat sich als bedeutender Hersteller von Fregatten und Korvetten etabliert.

Börsengang und Zukunftsperspektiven

Mit etwa 9.000 Angestellten und einem beeindruckenden Auftragsbestand von 18,6 Milliarden Euro plant TKMS, seinen Umsatz jährlich um 10 Prozent zu steigern. Die Auslastung ist bis in die frühen 2040er Jahre gesichert, was dem Unternehmen zusätzliche Wachstumsperspektiven bietet. CEO Oliver Burkhard wird sich aktiv um neue Aufträge bemühen, wie ein geplanter Besuch in Kanada zeigt, wo er sich mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius trifft. [ZDF] hebt hervor, dass TKMS beabsichtigt, 30 bis 50 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten.

Thyssenkrupp selbst plant, sich in eine Holding umzuwandeln, um den einzelnen Geschäftsbereichen mehr Autonomie zu verleihen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines boomsenden Rüstungsmarktes, der seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine größte Nachfrage nach militärischen Produkten schafft. Unternehmen wie Renk, Rheinmetall und Hensoldt verzeichnen ebenfalls stark steigende Aktienkurse.

Prognosen und Herausforderungen

Analysten haben die Prognosen für die Thyssenkrupp-Aktie in den kommenden vier Wochen eingeschätzt. Diese liegen zwischen 10 und 15 Euro, mit einem wahrscheinlichsten Wert von rund 12,60 Euro. Das Unternehmen notiert zwar über seiner 200-Tage-Linie bei 8,89 Euro, jedoch gibt es für die nächsten Wochen einen prognostizierten Rücksetzer um 15 Prozent bis hin zu einem möglichen Anstieg um 24 Prozent, was für die Aktionäre angesichts des jüngsten Rückgangs eine Herausforderung darstellt. [Zeit] stellt fest, dass Thyssenkrupp weiterhin 51 Prozent der Anteile an TKMS hält, was zeigt, dass trotz der Turbulenzen und Herausforderungen eine enge Verbindung zwischen Mutterkonzern und Tochtergesellschaft besteht.