Am 20. Oktober 2025 feierte die Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ihren gelungenen Börsengang an der Frankfurter Börse. Der erste Kurs der TKMS-Aktie lag bei 60 Euro und stieg schnell auf nahezu 100 Euro, bevor er sich am späten Vormittag bei etwa 86 Euro stabilisierte. Der Börsengang bewertete TKMS zu Beginn mit rund 3,8 Milliarden Euro, und die Bewertung stieg schließlich auf über 5 Milliarden Euro, was kurzzeitig den Wert des Mutterkonzerns Thyssenkrupp übertraf. focus.de berichtet, dass der Auftragsbestand von TKMS mit 18,6 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreicht hat und die Auslastung bis in die frühen 2040er Jahre reicht.
Die Aktionäre von Thyssenkrupp erhielten für jeweils 20 gehaltene Aktien eine Aktie von TKMS. Das Unternehmen, das sich auf nicht-nuklear betriebene U-Boote spezialisiert hat, plant, seinen Umsatz jährlich um 10 Prozent zu steigern. CEO Oliver Burkhard reiste am Tag des Börsengangs sogar mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nach Kanada, um neue U-Boot-Aufträge zu akquirieren. TKMS hat sich als Weltmarktführer in diesem Bereich etabliert und beschäftigt etwa 9.000 Mitarbeiter.
Entwicklungen bei Thyssenkrupp
Währenddessen erleben Thyssenkrupp-Aktionäre einen drastischen Kursrückgang. Am Montagmorgen fiel die Aktie des Mutterkonzerns um rund 17 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Freitag, was den Preis auf etwa 8,89 Euro drückte. Für die nächsten vier Wochen wird eine Prognose von 10 bis 15 Euro erwartet, mit einem wahrscheinlichsten Wert von 12,60 Euro. Der Rückgang wird direkt mit der Seitenlinie des Börsengangs von TKMS in Verbindung gebracht und verschärft durch die anhaltenden Unsicherheiten in der Rüstungsindustrie.
Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez äußerte sich jedoch optimistisch zu dem erfolgreichen Börsenstart von TKMS, worüber auch zeit.de berichtet. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent der Anteile an TKMS, was dem Konzern auch nach der Abspaltung eine bedeutende Rolle im Fortgang der Geschäfte sichert.
Blick auf die Branche
Die Rüstungsindustrie, in der sich TKMS erfolgreich positioniert hat, boomt besonders seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Diese Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu stark steigenden Aktienkursen bei anderen Unternehmen in der Branche geführt, darunter Renk, Rheinmetall und Hensoldt. Während TKMS stark auf Wachstum setzt, plant Thyssenkrupp in anderen Unternehmensbereichen, wie der Stahlsparte, den Abbau von 11.000 Stellen, was zeigt, dass die Herausforderungen in der Industrie weiterhin präsent sind.
Insgesamt nähert sich TKMS mit seinem Börsengang und den strategischen Plänen einem vielversprechenden Wachstumspfad, während die Unsicherheiten um Thyssenkrupp möglicherweise neue Herausforderungen für den Mutterkonzern darstellen. Am heutigen Tag wird gespannt beobachtet, wie sich die Märkte auf die aktuellen Entwicklungen und die Prognose des Unternehmens reagieren werden. zdf.de