Am 20. Februar 2026 könnte der Bitcoin-Kurs und andere risikobehaftete Anlagen aufgrund eines bevorstehenden Urteils des Obersten Gerichtshofs der USA erheblichen Schwankungen ausgesetzt sein. Um 10 Uhr US-Ostküstenzeit wird das Gericht über die Rechtmäßigkeit der von Präsident Donald Trump im Jahr 2025 verhängten Zölle entscheiden. Der Fall, bekannt als Learning Resources, Inc. v. Trump und Trump v. V.O.S. Selections, Inc., beschäftigt sich mit der Frage, ob Trump die Zölle basierend auf dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 einführen durfte, der dem Präsidenten Handlungen in Krisenzeiten erlaubt, jedoch keine umfassenden Handelszölle. Untere Gerichte hatten bereits zweimal gegen die Bundesregierung entschieden, was die Unsicherheit für die Märkte erhöht. Prognosemärkte geben mit 26% und 25,7% eine hohe Wahrscheinlichkeit an, dass das Gericht die Zölle für rechtswidrig erklärt. Wenn die Zölle jedoch bestehen bleiben, könnte dies den Handelsstreit mit internationalen Partnern wie Kanada, der EU und China anheizen.
Das Urteil hat das Potenzial, die Finanzlandschaft der USA erheblich zu beeinflussen. Ökonomen schätzen, dass mehr als 175 Milliarden USD Zölle möglicherweise zurückgezahlt werden müssen, falls das Urteil gegen Trump ausfallen sollte. Händler rechnen mit „reinem Chaos“ an den Märkten, was sich negativ auf Bitcoin und andere Krypto-Währungen auswirken könnte. Der Bitcoin-Kurs notiert derzeit bei 67.445 USD mit einer Marktkapitalisierung von 1,35 Billionen USD, und Trader sind besorgt über die bevorstehenden Risiken, die kurzfristige Preisschwankungen mit sich bringen könnten. Aktuelle wirtschaftliche Indikatoren wie das BIP und der Manufacturing PMI fallen zeitgleich mit diesem Urteil und könnten die Volatilität zusätzlich verstärken.
Kritik und Reaktionen auf das Urteil
Die Richter des Obersten Gerichtshofs entschieden mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe. Während der Anhörung äußerten mehrere Richter Bedenken gegenüber der Argumentation der Regierung. Sie betonten, dass die USA sich nicht im Krieg mit den betroffenen Ländern befinden und Zölle in Friedenszeiten nicht einseitig verhängt werden können. Diese Entscheidung betraf insbesondere den 15-prozentigen Basiszoll auf Waren aus der EU und könnte weitreichende Folgen für den Handel mit den USA haben. Unternehmen und zwölf Bundesstaaten hatten gegen die Zölle geklagt.
Trump hatte auf den IEEPA verwiesen, um die Zölle ohne Zustimmung des Kongresses einzuführen. Nach der Niederlage kündigte Trump an, alternative rechtliche Ansätze zu prüfen, um die Zölle dennoch aufrechterhalten zu können. Dies könnte bedeuten, dass das Weiße Haus versuchen wird, andere gesetzliche Grundlagen zu finden, um Handelsbarrieren weiterhin zu etablieren. Möglicherweise greift Trump auf das Handelsgesetz von 1930 zurück, das höhere Zölle erlaubt.
Marktauswirkungen und aktuelle Entwicklungen
Die Unsicherheit hinsichtlich der Zölle hat bereits Auswirkungen auf die Märkte gezeigt. Zudem kämpfen Handelsderivate und ETFs im Kryptobereich mit Rückgängen. Ein Portfolio von US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnete den historisch größten Verlust von 100.300 BTC und deutet auf eine allgemeine Unsicherheit unter Krypto-Anlegern hin. Parallel dazu zeigen die Bitcoin-Hashrate und die Marktbewegungen eine V-förmige Erholung, was die Volatilität noch verstärken könnte.
Zusätzlich gibt es Berichte über anhaltende Probleme auf dem Privatkreditmarkt, die sich ebenfalls auf die Marktsituation auswirken könnten. Binance verzeichnete kürzlich 70 Milliarden USD Handelsvolumen bei Edelmetallen, während Ethereum weiterhin unter der Marke von 2.000 USD notiert. Vor diesem Hintergrund rechnen Analysten mit einem Anstieg der Unsicherheit im Krypto-Sektor, was die Volatilität auf den Märkten weiter anheizen könnte.