US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, einen weltweiten Zusatzzoll von zehn Prozent auf Importe in die USA einzuführen. Diese Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die bestehenden Zölle als rechtswidrig erklärt hat. Trump plant, seine Handelsstrategie auf einer neuen rechtlichen Grundlage zu entwickeln. Mehr als 800 Kleinunternehmen aus den USA haben sich in dem Bündnis „We Pay the Tariffs“ zusammengeschlossen und fordern eine Rückerstattung für die bereits gezahlten Zölle, die sie als geschäftsschädigend empfinden. Dan Anthony, der Exekutivdirektor der Allianz, betont die Notwendigkeit einer tatsächlichen Entlastung für die betroffenen Unternehmen und fordert ein zügiges, automatisches Rückerstattungsverfahren, um der Notlage zu begegnen.

Die Zölle, die seit Anfang 2025 von der US-Regierung erhoben werden, belasten insbesondere deutsche Unternehmen aus der Automobil-, Maschinenbau- und Chemieindustrie erheblich. Die Einführung neuer Importzölle zielt darauf ab, Handelsbilanzdefizite auszugleichen und entwickelte sich schnell zu einem kritischen Punkt im transatlantischen Handel. Im Februar 2025 wurden beispielsweise 25 Prozent Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko sowie 10 bis 20 Prozent auf Produkte aus China eingeführt. Diese Maßnahmen haben massive finanzielle Einbußen verursacht, insbesondere für Konzernriesen wie Volkswagen, die seitdem von erheblichen Verlusten betroffen sind.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Zölle

Wie das ifo-Institut berichtet, haben die US-Importzölle bereits spürbare Schäden in der deutschen Wirtschaft angerichtet. Lisandra Flach, die Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, bezeichnet die Zölle als einen negativen Schock. Simulationen deuten darauf hin, dass eine anhaltende Abschottung der USA die Wirtschaftsleistung Deutschlands um etwa 0,13 Prozent reduzieren könnte. Im Jahr 2024 sanken die Exporte nach den USA auf etwa 161 Milliarden Euro und lagen im November 2025 nahezu ein Viertel unter dem Vorjahresniveau. Bis 2026 könnten die Exporte aufgrund der Zölle um mehr als 15 Prozent zurückgehen.

Laut den neuesten Zahlen dämpfen die Zölle das Wirtschaftswachstum in Deutschland um 0,3 Prozentpunkte für 2025 und könnten 2026 sogar einen Rückgang von 0,6 Prozentpunkten auslösen. 60 Prozent der deutschen Exporte in die USA entfallen auf Waren aus den Bereichen Autos, Maschinen und Pharma, wobei der allgemeine Importzoll für EU-Produkte bei 15 Prozent und für Stahlprodukte bei 50 Prozent liegt.

Strategien für deutsche Unternehmen

Deutsche Unternehmen werden aufgefordert, ihre Präferenzen anzupassen und Möglichkeiten zur Diversifizierung ihrer Lieferketten zu prüfen. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören das Dokumentieren aller Zollzahlungen seit Februar 2025 sowie das Überprüfen bestehender Lieferverträge auf Preisanpassungs- und Force-Majeure-Klauseln. Zudem sollten Unternehmen alternative Lieferwege und operative Vorteile durch Zolllager und Freihandelszonen nutzen.

Die EU-Kommission hat versucht, die Auswirkungen der Zölle durch eine Zollvereinbarung mit den USA zu mildern, die jedoch von Fachleuten als unzureichend kritisiert wird. Experten raten der EU, neue Handelsabkommen mit anderen Ländern abzuschließen, um den negativen Effekten der US-Zollpolitik entgegenzuwirken. Ein Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur-Staaten wird als wichtiger Schritt in diese Richtung angesehen.

Die Entwicklungen in den kommenden Monaten werden entscheidend sein, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die bis zum 14. Oktober 2025 erwartet wird. Je nachdem, ob die Zölle bestehen bleiben oder aufgehoben werden, könnten Unternehmen mit langfristigen Umstrukturierungen oder der Möglichkeit von Rückerstattungen konfrontiert werden.