Die Unsicherheit der globalen Märkte wächst. Der Wirtschaftskurs von Donald Trump hat nicht nur deutsche Unternehmen verunsichert, sondern wirkt sich auch negativ auf den transatlantischen Austausch aus. Unternehmen ziehen es in vielerlei Hinsicht vor, Geschäfte außerhalb der USA zu tätigen. Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Wirtschaft der USA bereits durch eine zunehmende Isolation unter Druck gerät.

Eine umfassende Studie des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft (IfW-Kiel) hat die Auswirkungen von Trumps Zollpolitik untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend: Statt das Ausland zu belasten, tragen die USA den Großteil des durch Zollgebühren entstandenen Schadens. Julian Hinz, Forschungsdirektor am IfW-Kiel, beschreibt die Zölle als „Eigentor“. Die Analyse basierte auf 25 Millionen Datensätzen zu Warenlieferungen im Wert von etwa vier Billionen US-Dollar, die aus verschiedenen Datenquellen stammen, darunter Frachtbriefdaten von Panjiva und offizielle Statistiken des US Census Bureau.

Folgen der Zollpolitik

Die Studie zeigt, dass die US-Zolleinnahmen im Jahr 2025 um etwa 200 Milliarden US-Dollar angestiegen sind. Dennoch trugen ausländische Exporteure lediglich 4 Prozent der Zolllast, während 96 Prozent der Kosten an US-Käufer weitergegeben wurden. Das hat zur Folge, dass US-Käufer entweder höhere Preise zahlen müssen oder auf teurere Produkte zurückgreifen. Diese Preissteigerungen führen nicht nur zu einem Rückgang des Konsums, sondern auch zu einem Verlust der Wettbewerbskraft von US-Unternehmen.

Diese Entwicklungen betreffen nicht nur deutsche Firmen, sondern schwächen auch den Wirtschaftsstandort USA insgesamt. Investoren benötigen Verlässlichkeit und Planbarkeit, die derzeit in den USA aufgrund der unsicheren politischen Lage nicht gegeben sind. In diesem Kontext hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigt, dass die Länder, in die die Importe gehen, die Zölle letztlich tragen.

Politische Implikationen für die EU

Die klare Drohung der USA, dass die EU „keinen besseren Deal“ bekommen werde, verstärkt die Unsicherheit. Brüssel verfolgt aufmerksam die Reaktionen anderer Länder, insbesondere Kanadas, auf die aktuellen Entwicklungen. Die Situation bleibt angespannt, und die Zukunft der transatlantischen Handelsbeziehungen ist ungewiss.

Quellen: inFranken, WirtschaftsWoche