Das Weiße Haus bezeichnet den wirtschaftlichen Umschwung unter Präsident Donald Trump als Erfolg. Dennoch zeigen Umfragen eine breite Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage der Amerikaner. Trotz eines Rekordhochs des Aktienmarkts, das den Dow Jones Industrial Average erstmals bei etwa 50.000 Punkten schloss, glauben viele, dass sich die Wirtschaft auf dem falschen Weg befindet. Der S&P 500 verzeichnete ebenfalls Allzeithochs. Im Januar 2026 wurden 130.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, was mehr als doppelt so viele sind, wie erwartet.
Die wirtschaftlichen Zeichen scheinen positiv, jedoch gibt es auch Schattenseiten. Für viele Amerikaner bleibt die Lebenshaltung teuer. Erwartungsgemäß liegt der Benzinpreis bei einem Durchschnitt von 2,94 Dollar pro Gallone, was der niedrigste Wert zu dieser Jahreszeit seit 2021 ist. Diese Zahlen stehen jedoch im Widerspruch zu den Meinungen der Bevölkerung, denn 59% missbilligen Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten.

Eine Umfrage zeigt, dass nur 28% der Amerikaner glauben, dass sich die Wirtschaft in die richtige Richtung entwickelt. Das Weiße Haus verweist auf den niedrigsten Stand der Medianmieten seit vier Jahren sowie die höchste Erschwinglichkeit von Hypotheken seit vier Jahren. Für die Amerikaner bleibt es jedoch wichtig, dass ihr Haushaltseinkommen um mehr als 15% steigen müsste, um das Erschwinglichkeitsniveau von vor der Pandemie zu erreichen. Nur 30% der Wähler konnten eine unerwartete Ausgabe von 1.000 Dollar oder mehr verkraften.

Unsicherheit trotz wirtschaftlichem Wachstum

Donald Trump wurde am 20. Januar 2025 als 47. Präsident der USA vereidigt und versprach ein „goldenes Zeitalter für Amerika“ mit starker wirtschaftlicher Entwicklung. Doch die Realität zeigt, dass seit seinem Amtsantritt die Arbeitslosenquote von rund 4% zu Beginn auf 4,4% gestiegen ist. Im November 2025 kletterte sie sogar auf 4,5%, dem höchsten Wert seit vier Jahren. Zudem wurden im Dezember 2025 8.000 Industriejobs gestrichen, was Fragen zur Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Wachstums aufwirft.
Obwohl das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2025 um 4,3% im Jahresvergleich wuchs, gibt es Bedenken, dass dieses Wachstum nicht so stark sein wird wie erwartet. Trumps Wirtschaftspolitik, die Zölle, Deregulierung und Steuersenkungen umfasst, zielt darauf ab, die heimische Industrie zu schützen, wird aber von vielen als nicht ausreichend angesehen, um die Lebenshaltungskosten zu drücken.

Die Umfrageergebnisse spiegeln ein gespaltenes Land wider. Während einige Wähler Trumps Wirtschaft angesichts der Sparmaßnahmen von Joe Biden im Vorteil sehen, besteht ein starker Wunsch nach konkreten Maßnahmen zur Senkung der Alltagskosten. Trotz der positiven Nachrichten wie sinkende Inflation und Beschäftigungszahlen, halten es Experten für notwendig, dass Trump empathischer auf die Sorgen der Amerikaner eingeht. Ökonom Achim Wambach betont, die Situation sei nicht so rosig wie sie dargestellt wird: steigende Preise, hohe Zölle sowie zurückgehaltene Investitionen belasten die Wirtschaft.

Wirtschaftliche Herausforderung und politische Strategien

Die öffentliche Meinung gegenüber Trump hat sich in letzter Zeit verschlechtert, mit Zustimmungswerten, die auf 33% gesunken sind, den niedrigsten Wert seit seinem Amtsantritt. Das Handelsdefizit ist auf rund 30 Milliarden Dollar gesenkt worden, den tiefsten Stand seit 2009, und die Zolleinnahmen beliefen sich auf etwa 200 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Dennoch tragen nur 4% der Zolllast ausländische Firmen, während 96% auf die US-Käufer abgewälzt werden.

Der Druck auf Trump wächst. Republikanische Strategen raten ihm, sein gesamtes Gewicht einzusetzen, um die Lebenshaltungskosten zu senken und die Wähler wieder für sich zu gewinnen. Gleichzeitig plant er umfangreiche Steuerkürzungen, die im Jahr 2026 bei den Haushalten ankommen sollen. Neben Zinssenkungen sind auch Maßnahmen wie günstigere Medikamente über die Website TrumpRx Teil seines wirtschaftlichen Plans. Doch der Weg zur Heilung der amerikanischen Wirtschaft erscheint kompliziert und langwierig.