Donald Trump, der ehemalige Präsident der USA, hat wiederholt behauptet, dass die hohen Zölle, die er während seiner Amtszeit eingeführt hat, „gewaltige Investitionen“ in die USA zurückgebracht haben. In einem Beitrag für das Wall Street Journal erklärte Trump, dass er von Unternehmen Zusagen über beeindruckende 18 Billionen Dollar erhalten habe. Zuvor hatte er bereits von 9,6 Billionen Dollar gesprochen. Kritiker, wie der US-Ökonom Alan Reynolds, werten diese Zahlen jedoch als Schätzungen ohne belastbare Grundlage.
Trump nennt zwar große Summen, doch viele der Einträge auf der Weißen-Haus-Liste beziehen sich nicht auf reale Direktinvestitionen. Stattdessen handelt es sich häufig um Absichtserklärungen für den Einkauf von US-Produkten oder vage Handelsversprechen. Ein Beispiel sind die Ankündigungen Japans über eine LNG-Bestellung im Wert von 200 Milliarden Dollar und Indiens Zusage über 500 Milliarden Dollar, die eher als Handelsversprechen einzustufen sind.
Zölle und ihre Auswirkungen auf den internationalen Handel
Die Zollerhöhungen, die Trump auf alle Einfuhren aus Kanada und Mexiko auf 25 Prozent setzte, wirken sich direkt auf den internationalen Handel aus. Für die Europäische Union wurden ähnliche Zölle für Anfang April angekündigt. Generell liegen die amerikanischen Zölle, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, unter den europäischen Zöllen, was die US-Exportwirtschaft begünstigt. Allerdings sorgten die von Trump eingeführten Zollerhöhungen für Spannungen, da die EU bereits auf erste Zölle mit Gegenzöllen reagiert hat, die Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder betreffen.
Ein Blick auf die Handelszahlen legt nahe, dass Zölle den Handel bremsen und negative Folgen für die Wirtschaft in Entwicklungsländern haben können. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft schätzt, dass das BIP der EU um etwa 0,5 Prozent sinken könnte, wenn die neuen US-Zölle in Kraft treten. Im Jahr 2023 importierten die USA Waren im Wert von 3.100 Milliarden Dollar und exportierten Waren im Wert von 2.000 Milliarden Dollar.
Entwicklung der Investitionen
Trotz der Ankündigungen von Trump bleibt die Frage, inwiefern reale Großinvestitionen tatsächlich auf die Zölle zurückzuführen sind. Experten haben festgestellt, dass größere Ankündigungen, insbesondere im Bereich Technologie und Künstliche Intelligenz, hauptsächlich von technologischen Trends und dem Wettbewerbsdruck angetrieben werden. Unternehmen wie Amazon, Meta, Apple und Google treiben ihre Investitionen unabhängig von Zollerhöhungen voran.
Besonders aufschlussreich ist der Fall von Apple, das nach den Zollerhöhungen Teile seiner Produktion nach Indien verlagert hat, anstatt sie in die USA zurückzubringen. Schätzungen zufolge würde Apple etwa drei Jahre und 30 Milliarden Dollar benötigen, um nur zehn Prozent seiner asiatischen Lieferkette in die USA zu verlagern. Auch die Schließung einer texanischen Smartphone-Fabrik von Motorola im Jahr 2013 zeigt, wie schwer es ist, eine nachhaltige Produktion in die USA zurückzubringen.
Zölle als Handelspolitisches Instrument
Zölle sind ein etabliertes Instrument der Handelspolitik, das historisch zur Sicherung strategischer Industrien eingesetzt wurde. Sie verursachen jedoch Kosten sowohl für die Wirtschaft als auch für die Verbraucher. Viele Staaten setzen sich heutzutage für einen regelbasierten Handel und eine Reduzierung der Zölle ein. Innerhalb der EU fallen keine Zölle an; die EU erhebt einheitliche Einfuhrzölle gegenüber Drittländern.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich auch aktiv an Verhandlungen über die Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer beteiligt, um die negativen Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft zu minimieren. Hierbei werden auch die Bedenken kleinerer Unternehmen, die keine US-Standorte besitzen, aufgegriffen. Zollerhöhungen können erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten haben und sind besonders besorgniserregend für die deutsche Autoindustrie.
Die enge Verknüpfung der deutschen und US-Wirtschaft zeigt, wie wichtig gute Handelsbeziehungen für beide Seiten sind. Schutzmaßnahmen gegen wettbewerbsverzerrende Praktiken in Drittstaaten sind unter den WTO-Regeln vorgesehen, dennoch könnten höhere Zölle die Modernisierung inländischer Branchen hemmen und langfristig die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen.