Am 25. Februar 2026 fand auf Haus Düsse der Umstellertag statt, der gezielt Landwirtinnen und Landwirte sowie potenzielle Marktpartner ansprach. Laut Bioland suchen Bioland-Partner in Nordrhein-Westfalen nach Rohware in verschiedenen Bereichen. Dazu zählen Bio-Kuhmilch, Bio-Ziegenmilch, Bio-Eier, Bio-Schweinefleisch, Bio-Geflügelfleisch sowie Bio-Speisesoja.

Der Infotag bot eine hervorragende Gelegenheit für Betriebe, die über eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft nachdenken oder als bestehende Biolandmitglieder ihre Produktion erweitern möchten. Die Veranstaltung informierte über die Chancen, Anforderungen und Vermarktungswege im Ökolandbau. Besonders auffällig ist der steigende Bedarf an Bio-Kuhmilch bei mehreren Molkereien in NRW sowie das wachsende Interesse an Ziegenmilch, obwohl die Zahl der Erzeuger gering ist.

Marktchancen und Herausforderungen

Handelsvertreter fordern zunehmend mehr regionale Bio-Eier, während der Markt für Bio-Schweine- und Geflügelfleisch eine Stabilisierung erfährt. Eine interessante Möglichkeit bieten auch Ackerbaubetriebe, die sich auf Bio-Speisesoja spezialisieren möchten, da hier eine steigende Nachfrage zu verzeichnen ist.

Drei Biolandwirte berichteten während des Umstellertags über ihre positiven Erfahrungen mit der Umstellung. Erfolgreiche Umstellungen erfordern gesicherte Vermarktungen und eine gute Vorbereitung. Bio-Betriebe profitieren von stabilen Partnerschaften, klaren Abnahmewegen und gesellschaftlicher Akzeptanz. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die individuelle Beratung der Bioland-Partner thematisiert, um interessierten Betrieben den Einstieg zu erleichtern.

Unterstützung für umstellungsinteressierte Betriebe

Die Bioland-Organisation bietet nicht nur individuelle Beratung und Begleitung, sondern auch die Möglichkeit zur Vernetzung mit Marktpartnern. Interessierte Landwirtinnen und Landwirte können sich an die Bioland NRW Zentrale unter 02385-93540 wenden, um Kontakte und Unterstützung zu erhalten. Darüber hinaus empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zu aktiven Bio-Betrieben, um praxisnahe Einblicke und Problemlösungen zu erhalten. Die Ökolandbau-Basis bietet rund 300 Demonstrationsbetriebe bundesweit an, die als wertvolle Informationsquelle dienen können.

Die Umstellung auf ökologischen Landbau erfordert umfassende Informationen über spezifische Prinzipien. Experten empfehlen, bereits in der frühen Phase der Umstellung den Kontakt zu potenziellen Abnehmern der Bio-Produkte zu suchen. Eine professionelle Umstellungsberatung von Bio-Institutionen, Landwirtschaftskammern oder privaten Agrarberatern ist unerlässlich, um langfristige Erfolge zu sichern.

Strategische Ausrichtung auf ökologischen Landbau

Auf politischer Ebene unterstützt die Bundesregierung den ökologischen Landbau durch die Bio-Strategie 2030, die den Ausbau der ökologischen Anbaufläche auf 30 Prozent bis 2030 zum Ziel hat. Diese Strategie sieht insgesamt 30 Maßnahmen vor, um die landwirtschaftliche Praxis nachhaltig zu transformieren. Dabei sollen gesetzliche Vorgaben Klima, Wasser und Biodiversität schützen und die effiziente Nutzung von Ressourcen fördern.

Die Zukunftskommission Landwirtschaft empfiehlt, alle Bereiche der Land- und Lebensmittelwirtschaft an Umwelt- und Ressourcenschutz auszurichten. Die Bio-Strategie zielt darauf ab, geeignete Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. Zentral sind dabei die Honorierung von Gemeinwohlleistungen der ökologischen Landwirtschaft, die Stärkung nachhaltiger Wirtschaftsweisen sowie die Unterstützung der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln.