Am Freitag, den 6. März 2026, schlossen die US-Börsen deutlich schwächer. Der Dow Jones fiel zeitweise auf fast 47.000 Punkte und beendete den Handel bei 47.501,55 Punkten, was einem Verlust von 0,95% entspricht. Auch andere Indizes verzeichneten Verluste: Der S&P 500 sank um 1,33% auf 6.740,02 Punkte und der Nasdaq 100 fiel um 1,51% auf 24.643,02 Punkte. Diese Rückgänge wurden maßgeblich von Nachrichten über Oracle und OpenAI beeinflusst, die Pläne zur Erweiterung eines KI-Rechenzentrums ankündigten. Diese Meldungen schürten Ängste unter den Anlegern, was sich negativ auf die Aktienkurse auswirkte.

Ölpreise stiegen zudem, da Sorgen um den Konflikt im Iran und die Forderung von US-Präsident Trump nach „bedingungsloser Kapitulation“ die Märkte belasteten. Der US-Arbeitsmarkt zeigte gemischte Zeichen: Während die Beschäftigung sank, blieb das Lohnwachstum robust. Analysten sehen jedoch aufgrund der schwachen Arbeitsmarktdaten Möglichkeiten für Zinssenkungen durch die Federal Reserve in der Zukunft.

Aktien im Fokus

Die Entwicklungen belasteten auch die Aktienkurse bedeutender Unternehmen. So fielen die Aktien von Oracle um 1,2%. Meta verlor 2,4% und Nvidia sogar 3,0%. Demgegenüber gab es bei Boeing eine positive Nachricht: Die Aktien stiegen um 4,1%, was auf einen möglichen Mega-Auftrag aus China für 500 Flugzeuge des Typs 737 Max zurückzuführen ist. Darüber hinaus erlebte Marvell Technology einen erheblichen Anstieg von mehr als 18% nach einem optimistischen Ausblick und einer Hochstufung auf „Buy“ durch Analysten.

Parallel zu den Entwicklungen an den Börsen zeigen die Finanzmärkte eine erhebliche Volatilität, bedingt durch Änderungen in der US-Handelspolitik. Präsident Trump hatte eine 90-tägige Pause bei gegenseitigen Zöllen angekündigt, während zehnprozentige Zölle jedoch in Kraft bleiben. Die Eskalation des Handelskonflikts mit China, wo Zölle auf 125 % angehoben wurden, führte zu Vergeltungsmaßnahmen seitens Chinas. Zölle für Kanada und Mexiko belaufen sich auf 25 %, während für den Rest der Welt 10 % gelten.

Wirtschaftsausblick

Die US-Konjunktur zeigt erste Anzeichen von Schwäche, weshalb die Wachstumsprognose für 2023 auf 1,5% gesenkt wurde. Diese Unsicherheit über die Zölle belastet die Stimmung an den Märkten mehr als die Zölle selbst. Zudem fiel der US-Dollar auf ein Dreijahrestief gegenüber dem Euro (1,14 USD/EUR), während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um mehr als 0,5 Prozentpunkte stieg, und die 30-jährige Rendite sich der 5%-Marke näherte.

In den kommenden Tagen werden wichtige Wirtschaftsindikatoren veröffentlicht, darunter die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und das Wirtschaftswachstum in China. Außerdem steht eine EZB-Sitzung an, bei der möglicherweise eine Leitzinssenkung beschlossen wird. Analysten warnen, dass die Risiken einer Stagflation durch die Zölle weiter zunehmen könnten.

Besonders Anleger agieren zurückhaltend und positionieren sich neutral in Bezug auf Aktien, während sie europäische Aktien bevorzugen. Die Diversifikation über verschiedene Regionen und Anlageklassen wird als sinnvoll erachtet, um potenziellen Risiken entgegenzuwirken.