Die US-Börsen haben am Freitag, den 5. Dezember 2025, einen leichten Anstieg verzeichnet, nachdem sie am Vortag eine Atempause einlegten. Der Dow Jones Industrial erreichte ein Dreiwochenhoch und stieg um bis zu 133 Punkte, schloss jedoch bei 47.954,99 Punkten, was einem Plus von 0,22 % entspricht. Damit liegt der Index unter seinem Rekordhoch vom November, das über 48.430 Punkte lag. Im Wochenverlauf hat der Dow Jones um 0,5 % zugelegt. Auch der S&P 500 stieg um 0,19 % auf 6.870,40 Punkte, während der Nasdaq 100 um 0,43 % auf 25.692,05 Punkte zulegte. Beide Indizes stehen jedoch vor der Herausforderung, über 6.920 bzw. 26.182 Punkte zu steigen, um ihre Bestmarken zu erreichen. Wirtschaftsdaten, insbesondere der PCE-Kerndeflator, hatten am Markt keine spürbaren Auswirkungen auf die Erwartungen zur Federal Reserve (Fed)

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Analystin Birgit Henseler von der DZ-Bank hat für Dezember eine Leitzinssenkung der Fed prognostiziert, was die Hoffnung auf sinkende Zinsen und ein optimistisches Marktumfeld befeuert. Dies spiegelt sich auch am deutschen Aktienmarkt wider, wo der DAX am Freitag bei 24.028 Punkten einen Anstieg um 146 Punkte oder 0,6 Prozent im Vergleich zum Donnerstag verzeichnete. Diese Erholungstendenzen sind auch auf die gestiegenen Aufträge in der deutschen Industrie zurückzuführen, obwohl die Bestellungen aus dem Ausland zurückgegangen sind.

Übernahmeangebot von Netflix für Warner Bros.

Ein weiterer Faktor, der die Märkte beschäftigt, ist das Übernahmeangebot von Netflix für Warner Bros. Discovery. Netflix bietet 27,75 Dollar je Aktie, was den Unternehmenswert auf insgesamt fast 72 Milliarden Dollar beziffert. Inklusive Schulden beläuft sich der Wert auf fast 83 Milliarden Dollar. Trotz dieser Nachrichten fielen die Netflix-Aktien um fast 3 %, während Warner-Aktien um mehr als 6 % auf 26,08 Dollar zulegten. Die Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet und sichert Netflix wichtige Markenrechte wie „Game of Thrones“, „DC Comics“ und „Harry Potter“.

Marktentwicklung und Zinspolitik

Beobachter der Märkte haben festgestellt, dass 90 Prozent der Experten eine Zinssenkung bei der nächsten Fed-Sitzung erwarten. Die Zinsentscheidungen der Fed haben seit 2021 die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft stark beeinflusst. Die Zinserhöhungen wurden damals als Reaktion auf die steigende Inflation und Störungen in den Lieferketten eingeleitet. Historisch folgt oft eine Rezession auf die ersten Zinssenkungen, was die kommenden Monate entscheidend für die Entwicklung der US-Wirtschaft und die Zinspolitik der Fed macht. Die Gefahr, dass eine Zinssenkung die Inflation erneut anheizen könnte, bleibt bestehen.

Zusätzlich zeigten einige Einzelaktien bemerkenswerte Bewegungen: Während Salesforce um 5,3 % stieg und die 200-Tage-Linie überschritt, fiel Docusign um 7,6 % trotz eines starken dritten Quartals, da die Anleger eine höhere Erwartung an den Ausblick hatten. Aktien von Ulta Beauty stiegen um 12,7 % nach einem angehobenen Ausblick, während Victoria’s Secret um 18 % zulegte, getrieben von starken Umsätzen und einer Analystenhochstufung. Im Gegensatz dazu fielen die Aktien von SentinelOne um 14 % aufgrund einer schwachen Quartalsprognose und dem Abgang des Finanzchefs.

Die globalen Märkte sind in einem spannenden und oft unsicheren Umfeld, das sowohl von wirtschaftlichen als auch von politischen Faktoren beeinflusst wird. Die kommenden Sitzungen der Federal Reserve werden mit Spannung verfolgt, da die Entwicklungen hier weitreichende Auswirkungen haben könnten.