Die US-Wirtschaft zeigte im vierten Quartal 2025 eine unerwartet schwache Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg annualisiert um lediglich 1,4 Prozent, während Experten mit einem Anstieg von 2,8 Prozent gerechnet hatten. Im Vorquartal hatte das Wirtschaftswachstum hingegen noch bei 4,4 Prozent gelegen. Insgesamt betrug das BIP-Wachstum der gesamten US-Wirtschaft für das Jahr 2025 nur 2,2 Prozent, was im Vergleich zu 2,8 Prozent in 2024 einen Rückgang darstellt. Diese Zahlen wurden von Tagesschau veröffentlicht und liefern einen Einblick in die aktuelle Wirtschaftslage der USA.
Die Veröffentlichung der Wachstumsdaten wurde durch einen 43-tägigen Shutdown im Herbst 2025 verzögert, der von der US-Notenbank Fed als bedeutender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung eingeschätzt wurde. Die Notenbank schätzte, dass dieser Shutdown das Wachstum um einen Prozentpunkt gekostet hat. Präsident Donald Trump machte die Demokraten für den Shutdown verantwortlich und behauptete, dass er dem BIP sogar zwei Prozentpunkte gekostet habe. Ein unabhängiger Haushaltsausschuss (CBO) bezifferte die Auswirkungen des Shutdowns jedoch auf elf Milliarden US-Dollar, was weniger als ein Prozent des BIP entspricht.
Starke Sommermonate und Konsumausgaben
<pTrotz der schwachen Entwicklung zu Jahresende wuchs die US-Wirtschaft im Sommer 2025 überraschend stark. Das BIP stieg im dritten Quartal um 4,3 Prozent; das war die höchste Wachstumsrate des Jahres. Im zweiten Quartal lag das Wachstum bei 3,8 Prozent. Volkswirte hatten für das dritte Quartal ein Wachstum von nur 3,3 Prozent vorhergesagt. Die privaten Konsumausgaben stiegen im Sommerquartal um 3,5 Prozent, bedingt durch Sondereffekte wie das Auslaufen von Steuergutschriften für Elektroautos und eine geringere Importquote aufgrund von Zöllen, die von Trump verhängt wurden. Der Boom im Bereich Künstliche Intelligenz trug ebenfalls zur wirtschaftlichen Stabilität bei.
Diese positive Entwicklung könnte jedoch im vierten Quartal nicht anhält, da viele Haushalte weiterhin unter finanziellen Einschränkungen leiden. Eine Studie der Bank of America zeigt, dass viele einkommensschwache Haushalte von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben und ihre Ausgaben vor allem für Lebensmittel erhöhen, während sie bei anderen Ausgabenkategorien wie Restaurantbesuchen, Kleidung und Reisen zurückhaltender sind.
Prognosen und die Rolle der Notenbank
Die OECD hat die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft im Jahr 2023 auf 2,0 Prozent angehoben, während für 2026 ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet wird. Analysten zeigen sich in Bezug auf die Wachstumszahlen geteilter Meinung. KfW-Experte Stephan Bales bezeichnete das Wachstum von 2,2 Prozent als solide angesichts politischer Unsicherheiten. Heather Long, Chefökonomin bei Navy Federal Credit Union, äußerte jedoch Bedenken über das mangelnde Beschäftigungswachstum. Die Unsicherheit wie die schwachen Wachstumsdaten die Geldpolitik der Fed beeinflussen werden, bleibt bestehen.
Trump hat Druck auf die Fed ausgeübt, um Zinssenkungen zu fordern, während Notenbankchef Jerome Powells Amtszeit im Mai endet. Trump nominierte bereits Kevin Warsh als möglichen Nachfolger. Christoph Balz von Commerzbank geht davon aus, dass die Fed nicht schnell handeln wird, sondern erst Mitte des Jahres die Zinsen senken könnte.
Für eine detaillierte Ansicht der BIP-Wachstumsentwicklung in den USA stehen umfangreiche Daten zur Verfügung, die den Zeitraum von 1980 bis 2024 abdecken und Prognosen bis 2030 beinhalten. Die Grafik und Daten sind auf Statista abrufbar. Die aktuellen Volkswirtschaftsdaten spiegeln die Herausforderungen wider, denen die US-Wirtschaft in naher Zukunft gegenübersteht.