Die Verbraucherzentrale Brandenburg fordert ein entschlossenes Vorgehen gegen die Onlinekriminalität während der aktuellen Koalitionsverhandlungen. In einer Stellungnahme wird betont, dass Betrugsdelikte im Internet nicht nur Verbraucher:innen schädigen, sondern auch das Vertrauen in den digitalen Handel untergraben. Häufige Formen der Onlinekriminalität, wie Fakeshops, Identitätsdiebstahl und Phishing, führen zu erheblichen Verlusten von Geld, Daten und Sicherheit. Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg, hebt hervor, dass es einer konsequenten Verfolgung von Internetbetrügern bedarf.

Die Verbraucherzentrale appelliert an die Landespolizeien, länderübergreifend gegen Fakeshops, insbesondere solche mit einer deutschen Webadresse, vorzugehen. Diese Fakeshops sind oft professionell organisiert, wechseln ständig ihre Adressen und operieren über Bundeslandgrenzen hinweg. Während Aufklärung und Prävention eine wichtige Rolle spielen, wird unterstrichen, dass Onlinekriminalität ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem darstellt.

Notwendigkeit eines zentralen Anlaufpunktes

Um den Gefahren der Internetkriminalität zu begegnen, fordert die Verbraucherzentrale im Koalitionsvertrag eine Verbesserung der Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft. Betroffene Bürger:innen sollen eine zentrale Anlaufstelle für umfassende und professionelle Hilfe erhalten. Diese Initiative zielt darauf ab, nicht nur die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, sondern auch den Opfern eine Hilfestellung zu bieten.

Zusätzlich informiert die Verbraucherzentrale über Beratungsangebote, die über 0900er-Nummern zugänglich sind. Hier können juristische und finanzielle Fragen zu Internetbetrug geklärt werden. Die Beratung dauert im Durchschnitt sechs Minuten und kostet etwa 13,70 Euro. Die Abrechnung erfolgt sekundengenau für die tatsächlich geführte Gesprächszeit.

Vorsichtsmaßnahmen für Verbraucher:innen

Die Gefahr von Onlinebetrug ist groß, insbesondere bei Online-Shops, die aus Tochterfirmen in Ländern wie China agieren. Diese Shops nutzen deutsche Adressen, die in der Realität jedoch keine Garantie für Qualität oder Seriosität bieten. Verbraucher:innen berichten immer wieder von minderwertiger Ware, falschen Größen und komplizierten Rücksendungsverfahren. Die Verbraucherzentrale bietet daher einen Notfall-Check zur Rückerstattung von Zahlungen sowie eine Checkliste für Rückbuchungen und Widerruf an.

Zusätzlich erhalten Verbraucher:innen Tipps zum Schutz vor unseriösen China-Shops und lernen, wie sie im Ernstfall handeln können. Aufklärung und Vorbereitung sind entscheidend, um sich vor den vielfältigen Formen des Onlinebetrugs zu schützen und die eigenen Interessen zu wahren.

Insgesamt kommt der Verbraucherzentrale eine entscheidende Rolle dabei zu, das Bewusstsein für Internetkriminalität zu schärfen und notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung zu fordern. Die Notwendigkeit, den digitalen Raum sicherer zu gestalten, sollte daher weiterhin im Fokus der politischen Agenda stehen. Informationen und Unterstützung sind unter anderem auf den Webseiten Barnim Aktuell sowie Verbraucherzentrale Niedersachsen erhältlich.