Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat Klage gegen die Deka Bank eingereicht, da sie die Werbung für deren Fonds „Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien“ als irreführend ansieht. Die Deka Bank bewirbt diesen Fonds mit konkreten, messbaren positiven ökologischen Effekten, wie etwa der Einsparung von CO2 und der Aufbereitung von Wasser. Ein Beispiel zeigt, dass ein Investment von 10.000 Euro angeblich 830 Kilowattstunden erneuerbare Energien und die Aufbereitung von 43.000 Litern Wasser bewirken soll. Die Verbraucherschützer hingegen erkennen in diesen Angaben nur „vollmundige Versprechungen“ und kritisieren, dass die positiven ökologischen Wirkungen lediglich auf Schätzungen basieren.

Die Vorwürfe wurden laut Procontra Online erhoben, nachdem die Deka Bank eine Unterlassungserklärung abgelehnt hatte. Die Verbraucherzentrale bemängelt zudem, dass nicht alle Unternehmen des Fonds in die Berechnungen einbezogen werden. Ein Hinweis auf diese Schätzungen sei zudem nur im Kleingedruckten zu finden.

Reaktion der Deka Bank

Die Deka Bank weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher betont, dass die Informationen im Nachhaltigkeitsrechner auf belastbaren Kriterien basieren und die Methodentransparent erläutert werden. Trotz der Kritik gehe die Deka nicht auf den Vorwurf ein, dass der Impact-Rechner nicht alle Fondsunternehmen berücksichtige. Die Bank plant, sich juristisch gegen die Klage zu wehren und argumentiert, dass Selbstauskünfte von Unternehmen verlässlich seien.

Gleichzeitig wird von ECOreporter darauf hingewiesen, dass durch den Kauf eines Aktienfonds keine direkte nachhaltige Wirkung erzielt wird, da das Geld nicht direkt bei den Unternehmen landet. Nachhaltige Effekte entstünden insbesondere durch direkte Beteiligungen an Neuemissionen oder Kapitalerhöhungen.

Der Kontext von Nachhaltigkeit in der Werbung

Die Diskussion um die irreführende Werbung fällt in einen größeren Trend in Deutschland, wo über zwei Drittel der Verbraucher umweltbewusstes Verhalten von Unternehmen fordern. Dieser Druck hat dazu geführt, dass Nachhaltigkeitsansprüche und “Sustainability Claims” immer mehr in den Fokus der rechtlichen Diskussion rücken. Die zunehmenden Anforderungen machen es notwendig, dass Unternehmen sich an klare und transparente Informationen halten, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Laut Osborne Clarke gewinnen diese Fragen an Bedeutung, da 42% der Nachhaltigkeitsaussagen im Jahr 2021 als irreführend eingestuft wurden.

Gerichte fordern zudem, dass Verbraucher über Maßnahmen zur Klimaneutralität umfassend informiert werden müssen, um möglichen Vorwürfen des „Greenwashings“ vorzubeugen. Branchenvertreter äußern sich besorgt über die wachsende Beliebigkeit des Begriffs „Nachhaltigkeit“, was die Situation für Anbieter wie die Deka Bank und das Berliner Startup „Cooler Future“ entscheidend beeinflussen könnte.