Wärmepumpen erfreuen sich in Sachsen-Anhalt wachsender Beliebtheit, insbesondere bei Neubauten. Aktuelle Zahlen zeigen, dass über 80 % der neu errichteten Wohngebäude in Sachsen-Anhalt mit dieser Technologie ausgestattet sind. Dies stellt den höchsten Anteil in Deutschland dar, während der bundesweite Durchschnitt bei 69 % liegt. Ein konkretes Beispiel für diese Entwicklung ist ein Haus in Bad Schmiedeberg, das Matthias Gläser 1925 erbaut hatte und nun umfangreich saniert wurde. Die alte Ölheizung, die seit 1993 in Betrieb war, wurde durch eine moderne Wärmepumpe ersetzt. Trotz anfänglicher Zweifel an der Eignung entschloss sich Gläser, die Wärmepumpe einzusetzen, und er hat das Haus nicht nur energetisch aufgewertet, sondern auch optisch durch neue Fenster und Fassadendämmung.[MDR] berichtet, dass der im ersten Jahr erforderliche Stromverbrauch von etwa 10.000 kWh günstigere Kosten als die vorherige Heizungsart verursachte.
Diese positive Entwicklung in der Nutzung von Wärmepumpen in Altbauten ist nicht ohne Herausforderung. Marcel Kunert, ein Energieberater, erläutert, dass die Eignung von Wärmepumpen stark von den Dämmwerten der Gebäude abhängt. In Sachsen-Anhalt existieren zahlreiche Förderprogramme, die Privatpersonen und Unternehmen unterstützen, eine Wärmepumpe zu installieren oder bestehende Heizsysteme auf erneuerbare Energien umzustellen. Die Förderungen können bis zu 70 % der Kosten abdecken und sind attraktiv gestaltet. Beispielsweise können Privatpersonen und Vermieter über das Programm Sachsen-Anhalt MODERN Zuschüsse bis zu 50.000 € erhalten.[Hansetherm] bietet eine detaillierte Übersicht über die möglichen Förderungen, die je nach individuellem Einkommen und Art der Umrüstung variieren.
Aufteilung der Heizsysteme
Im Wohnungsbestand von Sachsen-Anhalt, der rund 581.000 Gebäude umfasst, sind nach wie vor Gasheizungen mit einem Anteil von 56 % am weitesten verbreitet. Ölheizungen sind mit 21 % und Fernwärme mit 9 % die nächsten häufigsten Systeme. Überraschend ist jedoch, dass nur ca. 20.000 Gebäude – also über 3 % – auf umweltfreundliche Lösungen wie Solarenergie oder Wärmepumpen setzen. Die gute Nachricht ist, dass die Verlagerung zu nachhaltigeren Heizmethoden durch die aktuellen Förderprogramme und den gesellschaftlichen Trend hin zu umweltbewussten Entscheidungen unterstützt wird.
Fördermöglichkeiten im Detail
Die Förderung für Wärmepumpen in Sachsen-Anhalt beinhaltet unterschiedliche Zuschüsse, wie die allgemeine Basisförderung von 30 %. Zudem wird ein einkommensabhängiger Bonus bis zu 30 % gewährt, wenn der steuerpflichtige Einkommensbetrag unter 40.000 € liegt. Weitere Förderungen wie der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 % und ein Effizienz-Bonus von 5 % sind ebenfalls verfügbar. In Kombination können diese Programme den Haushalten helfen, ihre Investitionen erheblich zu reduzieren.
Ab dem 01.02.2024 wird es außerdem möglich sein, die KfW-Förderung online zu beantragen, was den Prozess der finanziellen Unterstützung weiter vereinfachen könnte. Es lohnt sich, die jeweiligen Bedingungen und das notwendige Vorgehen zu beachten, um von den umfassenden Hilfsangeboten zu profitieren.