In Zeiten steigender Inflation und ungewisser wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist es wichtiger denn je, sich mit den Grundlagen der Geldanlage auseinanderzusetzen. Eine aktuelle Umfrage des Bankenverbandes zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen nur wenig Ahnung von der Börse hat. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit, Kapitalmärkte besser zu nutzen, um für das Alter vorzusorgen, immer deutlich. Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Deswegen empfehlen Finanzexperten, in Aktienfonds und ETFs zu investieren, um durch Renditen vorzusorgen.
Corbinian Rupp von der Stadtsparkasse München unterstreicht die Bedeutung von Sachwerten für die Altersvorsorge. Investitionen in Aktien sollten gut überlegt sein, wobei Diversifikation ein wichtiges Mittel zur Risikominimierung darstellt. Geduld ist unerlässlich, denn langfristige Anlagen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren tragen in der Regel zu einer Wertsteigerung bei. Es ist interessant zu beobachten, dass sogar ältere Menschen, die über 80 Jahre alt sind, in Aktien investieren, sofern sie einen Notgroschen von mindestens 5.000 Euro oder drei Netto-Monatseinkommen zur Verfügung haben.
Der Wert von Gold und Kryptowährungen
Eine interessante Entwicklung ist der Anstieg des Goldpreises in Euro, der in den letzten drei Jahren um fast 140 Prozent zugelegt hat. Gold wird oft als Stabilitätsanker im Portfolio betrachtet, auch wenn es nicht primär zur kurzfristigen Wertsteigerung dient. Besonders in Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach Gold, obwohl der Kauf weiterhin als spekulativ einzustufen ist. Experten empfehlen, maximal fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren, wobei der Kauf von Barren besseren Schutz bietet als der von Münzen.
Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, erleben ebenfalls ein zunehmendes Interesse. Diese sind jedoch von hoher Spekulation geprägt und weisen oft starke Kursschwankungen auf. Die Stadtsparkasse plant, Kryptowährungen anzubieten, gibt jedoch derzeit keine aktive Beratung dazu.
Strategien zur Vermögensbildung
Anleger haben zahlreiche Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen, darunter Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle oder Bitcoin. Ein gut strukturiertes Portfolio kann Stabilität, Ausgewogenheit und Wachstum unterstützen. Historisch betrachtet gelten Aktien als die renditestärkste Anlageklasse, insbesondere für langfristige Anleger. Die Renditen einiger bedeutender Indizes sind beachtlich: Der Nasdaq 100 verzeichnete in 20 Jahren einen Zuwachs von 930 Prozent, während der DAX im gleichen Zeitraum um 320 Prozent zulegte.
Während Aktien hohe Renditen versprechen, bringen sie auch Risiken mit sich. Einzelaktien können wertlos werden, und Exchange-Traded Funds (ETFs) können in Abschwüngen an Wert verlieren. Um Risiken zu minimieren, sollten Anleger eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen und die Welt durchführen, um sich gegen Verluste abzusichern.
Ein ideales Portfolio sollte zudem auf den persönlichen Risikotyp abgestimmt sein – sei es konservativ, ausgewogen oder chancenorientiert. Darüber hinaus können Immobilien als sichere Kapitalanlage betrachtet werden, wenngleich sie mit Herausforderungen wie Leerstand und Reparaturkosten verbunden sind.
Regelmäßige Sparraten und steuerliche Aspekte
Ein wichtiger Aspekt der Kapitalanlage ist die regelmäßige Einzahlung. Durch ETF-Sparpläne oder andere kontinuierliche Sparraten wird der Effekt des Cost-Average genutzt, der das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts minimiert. Zudem sollte man die steuerlichen Aspekte der Kapitalmarktinvestitionen nicht außer Acht lassen. In Deutschland erlaubt der Sparer-Pauschbetrag steuerfreie Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro pro Person, was insbesondere für Anleger von Bedeutung ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele Menschen in ihren 30ern und 40ern verstärkt in Aktien, Fonds oder ETFs investieren, um die Abhängigkeit von staatlichen Rentenleistungen zu verringern und ihr Vermögen für den Ruhestand auszubauen. Ein gut geplantes Investment kann nicht nur die finanzielle Sicherheit im Alter unterstützen, sondern auch durch den Zinseszinseffekt zu einem beträchtlichen Vermögensaufbau führen.
Für weitere Informationen zu Investmentstrategien und zur Vermögensbildung besuchen Sie Merkur, Focus und DIA-Vorsorge.