Am Freitag, dem 7. November 2025, wurden in Wiesbaden sieben neue Einsatzfahrzeuge an die Feuerwehr und den Rettungsdienst übergeben. Diese Investition in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro, die durch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) offiziell eingeweiht wurde, umfasst zwei moderne Drehleitern und fünf Kommandowagen. Die neuen Fahrzeuge sollen die Einsatzfähigkeit der Hilfsdienste in der hessischen Landeshauptstadt erhöhen und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten.
Die beiden Drehleitern, die jeweils über 1,1 Millionen Euro kosten, ersetzen ältere Modelle und haben einen Arbeitsradius von bis zu 32 Metern. Diese neuen Anlagen sind mit einer gelenkten Hinterachse ausgestattet, was das Manövrieren in engen Altstadtgassen erleichtert. Zudem verfügen sie über ein „Gelenkteil“ am oberen Leitersegment, welches präzises Arbeiten ermöglicht. Der Rettungskorb kann bis zu 500 Kilogramm tragen, was die Drehleitern für verschiedene Einsatzszenarien, wie etwa bei Wohnhausbränden oder medizinischen Einsätzen, geeignet macht. Nur speziell geschulte Maschinisten dürfen die neuen Drehleitern bedienen, wobei die Einweisung in die Technik zwei Monate dauert und regelmäßige Übungen erforderlich sind.
Neue Kommandowagen für die Einsatzkräfte
Die fünf neuen Kommandowagen werden von den Führungskräften der Feuerwehr sowie den Leitungen des Rettungsdienstes genutzt. Diese Fahrzeuge sind mit moderner Kommunikations- und Navigationstechnik ausgestattet, was die Koordination und Effizienz im Einsatz verbessert. In der Vergangenheit sah sich die Feuerwehr oft gezwungen, Drehleitern anzumieten, wenn mehrere Fahrzeuge ausfielen. Mit den neuen Anschaffungen soll sichergestellt werden, dass jede Wache jederzeit einsatzbereit bleibt und die Einsatzkräfte bestmöglich unterstützt werden.
Oberbürgermeister Mende betonte, dass diese Investition auch ein politisches Statement sei. Die Tatsache, dass die Feuerwehr personell aufgestockt wurde und der Haushalt für Sicherheit und Rettung erhöht worden ist, unterstreicht das Engagement der Stadt, die Infrastruktur für Rettungsdienste zu stärken. Diese Maßnahmen kommen in einem Kontext, in dem im Jahr 2022 die Feuerwehr in Deutschland zu rund 229.000 Einsätzen bei Bränden und Explosionen ausrückte, und wo der Schwerpunkt zunehmend auf Retten, Bergen und Schützen liegt.
Die Rolle der Feuerwehr in Deutschland
In Deutschland gab es Ende 2022 rund 48.100 Feuerwehren. Davon machen die Freiwilligen Feuerwehren den größten Teil aus und haben über eine Million Mitglieder. Bei insgesamt etwa 219.000 aktiven Mitgliedern in allen Bereichen, entfallen circa 114.000 auf die Freiwilligen Feuerwehren. Im Jahr 2022 rückte die Feuerwehr zu weniger als 50.000 Einsätzen wegen Bränden, jedoch zu etwa 2,8 Millionen Einsätzen zur Rettung von Personen im Notfall oder bei Krankheit aus. Dennoch sind die Einsatzkräfte nicht nur mit den Herausforderungen der Einsätze konfrontiert, sondern sehen sich auch zunehmenden Übergriffen ausgesetzt. 2023 wurden 687 Gewalttaten gegen Feuerwehrleute registriert, wobei die Mehrheit in Nordrhein-Westfalen und Berlin stattfand.
Diese neue Fahrzeugflotte in Wiesbaden ist somit nicht nur eine technische Verbesserung, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die tapferen Einsatzkräfte, die unter diesen schwierigen Bedingungen wirken.