Am 10. Februar 2026 stellte David Zimmermann, Gemeindepräsident von Braunau, in einem Leserbrief klar, dass das Projekt WILWEST nicht als wirtschaftsfeindlich zu betrachten ist. Das Projekt zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Kapazitäten in der Region zu stärken und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. So haben 22 Gemeinden beschlossen, auf neue Einzonungen zu verzichten, um die Entwicklung in bestehenden Bereichen zu bündeln. Vor allem Standorte mit einer guten Anbindung an Bahnen und Autobahnen sollen dabei gefördert werden.

Zimmermann weist darauf hin, dass das Ziel des Projekts nicht nur darin besteht, neuen Raum für Unternehmen zu schaffen, sondern auch Kulturland zu schützen und Dörfer zu entlasten. Kritik an der Annahme, die Region verliere Entwicklungsmöglichkeiten, wird als unberechtigt zurückgewiesen. Bestehende Betriebe sollen sich weiterhin entwickeln können, während der Zuzug neuer Unternehmen, insbesondere nach WILWEST, dazu führt, dass Freiflächen in den Gemeinden freigemacht werden.

Nachhaltige Entwicklungen und positive Impulse

Eine Abstimmung über das WILWEST-Projekt ist für den 8. März anberaumt. Ziel dieser Abstimmung ist es, die St.Galler Wirtschaft zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen. In diesem Zusammenhang wird betont, dass WILWEST einen nachhaltigen Lebens- und Arbeitsraum für zukünftige Generationen bieten soll. Die neue Vorlage hat im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 2022, die wegen Bedenken hinsichtlich des Landverbrauchs abgelehnt wurde, wesentliche Verbesserungen erfahren. So wurden etwa 90 Prozent der Kritiken aus dem Vorjahr in die aktuelle Planung integriert.

Zu den Verbesserungen gehören unter anderem das Parken im Untergeschoss und ein integriertes Mobilitätskonzept, das den öffentlichen Verkehr sowie den Auto- und Langsamverkehr umfasst. Der Kanton St.Gallen investiert zudem 3,8 Millionen Franken in Bodenverbesserungen, um die regionale Landwirtschaft zu unterstützen. Kritiker des Projekts bemängeln den Verkaufspreis von 53 Franken pro Quadratmeter, während der tatsächliche Preis bei 163 Franken pro Quadratmeter liegt, was auf einen realistischen Wert von 255 Franken pro Quadratmeter für die bebaubare Fläche hinweist.

Wirtschaftliche Wertschöpfung und überregionale Impulse

Zusätzlich zu den direkten wirtschaftlichen Vorteilen hebt Zimmermann hervor, dass die Wertschöpfung auch der gesamten Ostschweiz zugutekommt, einschließlich Zulieferern und Handwerksbetrieben. Die Diskussion um den Verkaufspreis des Grundstücks wird als kurzsichtig bezeichnet, da der Fokus auf den wirtschaftlichen Impulsen für die Region eine entscheidende Rolle spielt. WILWEST könnte als Beispiel für zukünftige Entwicklungen im Kanton dienen, wie positive Entwicklungen in anderen Regionen, zum Beispiel in Rorschach und Rapperswil-Jona, zeigen.

Die Bedeutung einer strukturierten Regionalentwicklung ist in diesem Kontext nicht zu unterschätzen. Nachhaltige Raumplanung spielt eine zentrale Rolle, um soziale und wirtschaftliche Bedürfnisse mit ökologischen Funktionen in Einklang zu bringen. Politische und administrative Maßnahmen müssen dabei überörtlich und umfassend konzipiert werden, um den Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, dem Klimawandel und dem Flächenverbrauch zu begegnen.

Insgesamt zeigt das WILWEST-Projekt Potenzial für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung, die nicht nur ökologische Aspekte berücksichtigt, sondern auch ein wirtschaftliches Wachstum in der Region fördert. Die anstehenden Abstimmungen und der Dialog darüber könnten entscheidend sein für die weitere Entwicklung der Region St.Gallen und darüber hinaus.