Die deutsche Wirtschaft sieht sich weiterhin einer anhaltenden Wachstumsschwäche ausgesetzt. Dies ist das Ergebnis komplexer Herausforderungen, die sowohl den Industrie- als auch den Exportsektor betreffen. Wie der-bank-blog.de berichtet, haben geopolitische Spannungen, ein verhaltener Welthandel und steigende Energiepreise maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Situation. Hinzu kommt, dass viele Haushalte aufgrund hoher Inflation und Stellenabbauten vorsichtig agieren, was den privaten Konsum weiter belastet.
Unternehmen fokussieren sich zunehmend auf die Sicherung von Liquidität und verschieben bedeutende Investitionen. Trotz dieser Unsicherheiten wird für 2026 eine leichte Erholung erwartet, die durch moderatere Inflationsraten und ein entspannteres Zinsumfeld begünstigt werden könnte. Diese Erholung könnte durch spezifische wirtschaftspolitische Maßnahmen und Mittel aus dem 500 Milliarden Euro Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität” unterstützt werden.
Strukturelle Hemmnisse und Investitionsschwäche
Die strukturelle Investitionsschwäche in Deutschland bleibt jedoch ein entscheidendes Hemmnis für nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Energiekosten und der demografische Wandel sind hier als weitere Bremser zu nennen. Zudem hat der Mangel an Fachkräften in nahezu allen Branchen negative Auswirkungen auf das Wachstum. Die Komplexität von Genehmigungsprozessen und ein restriktives Finanzierungsumfeld, das seit 2023 durch gestiegene Kreditkosten geprägt ist, wirken sich zusätzlich negativ auf die Rentabilität langfristiger Projekte aus.
In diesem Kontext wurde im Jahreswirtschaftsbericht 2025 des Bundesministeriums für Wirtschaft, wie bundeswirtschaftsministerium.de festgehalten, eine Wachstumsprognose von nur 0,3% realem BIP-Anstieg angekündigt. Die deutschen Verbraucherpreise werden dabei voraussichtlich um 2,2% im Jahresdurchschnitt steigen. Während die Beschäftigung erreicht werden konnte, wird dennoch eine Stagnation der Erwerbstätigkeit und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Dringender Handlungsbedarf besteht auch im Bildungsbereich, da ein erheblicher Teil der jungen Menschen ohne Schulabschluss bleibt.
Notwendige Handlungsfelder und Investitionsanreize
Um der Investitionsschwäche entgegenzuwirken, betont der Jahreswirtschaftsbericht verschiedene Handlungsfelder. Dazu gehören ein verbesserter steuerlicher Rahmen, etwa durch eine beschleunigte degressive Abschreibung und eine Senkung der Körperschaftsteuer. Dazu kommt die Notwendigkeit eines leistungsfähigeren Kapitalmarkts und einer verstärkten Eigenkapitalfinanzierung. Auch die strategische Priorisierung staatlicher Investitionen ist von Bedeutung, um wachstumsfördernde Impulse zu setzen.
Die Rolle der öffentlichen Banken wird in dieser Diskussion als entscheidend hervorgehoben. Wie bereits erwähnt, spielen sie eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Zukunftsprojekten. Diese Banken bieten nicht nur Finanzierungen mit langen Laufzeiten und günstigen Konditionen, sondern unterstützen auch riskante Projekte, insbesondere im Bereich der Energiewende. Es ist wichtig, dass die öffentliche und private Investitionsdynamik durch geeignete Instrumente und Gesetze weiter gestärkt wird.
Insgesamt zeigt sich, dass Deutschland vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, die dringend angegangen werden müssen. Der klare wirtschaftspolitische Kurs, gepaart mit einer Stärkung der öffentlichen Banken und der Implementierung neuer Investitionsanreize, könnte entscheidend sein, um Wachstumskräfte bis 2026 zu mobilisieren.