Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zeigt besorgniserregende Anzeichen einer Stagnation. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2025 preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal mit einem Wert von ±0,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte jedoch ein preisbereinigter Zuwachs von 0,3 Prozent verzeichnet werden. Diese Daten wurden am 25. November 2025 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Die Bruttowertschöpfung stieg um 0,1 Prozent im Vorquartalsvergleich. Während der Dienstleistungsbereich moderat wuchs, verzeichnete das verarbeitende Gewerbe einen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 0,9 Prozent. Auch die Bauwirtschaft war betroffen und sank um 0,6 Prozent, was vor allem auf hohe Baukosten und vorläufige Haushaltsführungen zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu wuchs der Dienstleistungssektor um 0,4 Prozent, angetrieben durch Bereiche wie Information und Kommunikation (+0,8 Prozent) sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+0,7 Prozent).

Zusammensetzung der Binnennachfrage

Die Binnennachfrage zeigt sich als Stütze der Wirtschaft, während die Auslandsnachfrage schwach bleibt. So stiegen die Ausrüstungsinvestitionen um 1,1 Prozent und der staatliche Konsum um 0,8 Prozent. Die privaten Bauinvestitionen sanken jedoch um 1,0 Prozent, während staatliche Bauprojekte um 2,1 Prozent zunahmen. Auch der private Konsum fiel um 0,3 Prozent, was auf Einkommensunsicherheiten unter der Bevölkerung zurückzuführen ist.

Die Außenwirtschaft erlebte ebenfalls Rückgänge. Die Exporte gingen um 0,7 Prozent zurück, während die Importe stagnierten (±0,0 Prozent). Infolgedessen war der Außenbeitrag mit -0,3 Prozentpunkten leicht negativ. Zudem sank die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich waren rund 20.000 Personen weniger erwerbstätig.

Entwicklung der Löhne und Haushaltsfinanzen

In der aktuellen Lage blieben die durchschnittlichen Arbeitsstunden je Erwerbstätigen stabil, zeigten jedoch einen leichten Anstieg von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Arbeitnehmerentgelte stiegen indes deutlich um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, zertifiziert durch eine Erhöhung der Bruttolöhne und -gehälter um 5,1 Prozent, insbesondere im Dienstleistungssektor. Reallöhne verzeichneten ein Plus von 2,7 Prozent, während die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte um 2,6 Prozent anwuchsen.

Die nominalen privaten Konsumausgaben wuchsen um 3,5 Prozent, dennoch sank die Sparquote auf 10,7 Prozent und näherte sich damit dem langfristigen Mittelwert an. Die finanziellen Impulse, die von der Regierung ausgehen, könnten laut Experten die Konjunktur beeinflussen und eine leichte Belebung zum Jahresende ermöglichen. Öffentliche Investitionen, insbesondere in Infrastruktur und Verteidigung, nehmen zu, wobei eine spürbare konjunkturelle Erholung erst für das kommende Jahr erwartet wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland durch eine Kombination aus stagnierendem BIP und unterschiedlichen Entwicklungen in verschiedenen Sektoren geprägt ist. Die nächsten Schritte erfordern eine präzise Analyse und die Anpassung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen, um auf zukünftige Herausforderungen reagieren zu können. Destatis weist darauf hin, dass eine Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für 2029 geplant ist, um die Ergebnisse zu überarbeiten und neue Konzepte zu integrieren.