Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich für das Jahr 2026 wenig optimistisch. Eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) offenbart, dass zahlreiche Unternehmen mit großen Herausforderungen konfrontiert sind. Hauptgründe dafür sind die hohen Energie-, Rohstoff- und Arbeitskosten, die viele Betriebe im Land belasten. Der Konjunkturklima-Indikator stieg zwar von 91 auf 95 Punkte, liegt jedoch weiterhin signifikant unter dem zehnjährigen Mittel von 109 Punkten. Dies berichtet NDR.
Besonders negativ zeigt sich die Stimmung im Handel. Konsumzurückhaltung und die Konkurrenz durch den Online-Handel, vor allem von chinesischen Plattformen, tragen zur Unsicherheit bei. Auch im Maschinen- und Fahrzeugbau gibt es überwiegend negative Erwartungen. Die IHK-Präsidenten berichten von leichten Aufhellungen, fordern jedoch notwendige Reformen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Umfrage basiert auf Antworten von rund 900 Unternehmen und wurde von Mitte Dezember bis Mitte Januar durchgeführt, wie n-tv ergänzt.
Herausforderungen in verschiedenen Sektoren
Die Energieversorger blicken etwas positiver auf ihre Geschäftslage, erwarten jedoch keine wesentlichen Änderungen in den kommenden zwölf Monaten. Im Ernährungsgewerbe zeigen einige Unternehmen mehr Optimismus und rechnen mit einer Verbesserung ihrer Situation. Im Kontrast dazu sorgt sich die Baubranche über die Vergabe von Aufträgen aus dem Sondervermögen des Bundes, da viele kleine Unternehmen Schwierigkeiten haben, sich auf große Ausschreibungen zu bewerben. IHK-Chefs kritisieren zudem, dass Arbeitsgemeinschaften von Unternehmen als unpraktikabel angesehen werden.
Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung
Die aktuelle Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern spiegelt sich auch in den allgemeinen Wirtschaftsprognosen wider. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt für Januar 2026 einen Anstieg auf 94,8 Punkte. Dieser Wert rückt näher an die neutrale 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum anzeigt. Für die kommenden Jahre prognostiziert das DIW ein Wachstum von 1,3 Prozent für 2026 und von 1,6 Prozent für 2027, nachdem die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 ein bescheidenes Wachstum von 0,2 Prozent verzeichnete, nachdem sie zwei Jahre in Folge unter einer Rezession gelitten hatte.
Insgesamt bleibt die Situation sowohl in der Region als auch im gesamten Land angespannt. Unternehmensverbände befürchten eine mögliche Insolvenzwelle aufgrund ausbleibender Verfahrensregeln des Bundes. Angesichts der vielen Herausforderungen wird es entscheidend sein, wie schnell und effizient politische Reformen umgesetzt werden können, um die Interessen der Unternehmen zu wahren und ihnen eine Perspektive zu bieten. Zudem beschreibt die Eissituation vor Rügen einen weiteren Bereich mit besonderen Herausforderungen im Land.