Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist zurzeit besorgniserregend. Peter Leibinger, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), schildert die aktuelle Krise als die tiefste seiner Laufbahn. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Insolvenzen auf ein Ten-Year-Hoch, wobei 140.000 Industriearbeitsplätze verloren gingen. Besonders betroffen sind Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, darunter auch einige Metallwarenhersteller und Elektrotechnikunternehmen, die mit strukturellen Problemen zu kämpfen haben, wie etwa hoher Bürokratie und Energiekosten.
Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen leidet stark unter dem internationalen Druck, besonders aus China, sowie den US-Zollbestimmungen. Dies führt zu einem besorgniserregenden Rückgang der Marktanteile bei deutschen Autobauern und einem anhaltenden Krisenzustand in der Chemieindustrie. Während die Wirtschaftsleistung in der EU von 2022 bis 2025 jährlich um 0,9 Prozent wuchs, war Deutschland mit nur 0,1 Prozent weit abgeschlagen.
Positive Impulse und Aufschwungsperspektiven
Ein Lichtblick in der Krise sind die Start-up-Gründungen. Mit fast 3.600 neuen Firmen im Jahr 2025 wurde ein Rekord erreicht, 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese neuen Unternehmen konzentrieren sich oft auf innovative Bereiche wie Software, Medizin und Nahrungsmittel, wobei etwa 27 Prozent von ihnen künstliche Intelligenz als Kernbestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen. Christoph Stresing, Geschäftsführer des Start-up-Verbands, betont, dass Krisenzeiten oft zu einer Welle neuer Gründungen führen, da hochqualifizierte Talente ihre eigenen Unternehmen ins Leben rufen.
Herauforderungen für die Zukunft und die Rüstungsindustrie
Dennoch steht die Zukunft der Start-ups auf der Kippe. Jonas Eckhardt von der Transformationsberatung Falkensteg warnt vor zunehmenden Großinsolvenzen, da 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro 2025 Insolvenz anmelden mussten, was einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kombination aus hohen Kosten, einer unzureichenden Wagniskapitalversorgung und einem Mangel an Reformen könnte dazu führen, dass viele dieser Start-ups langfristig scheitern.
Zusätzlich verzeichnet die Rüstungsindustrie einen Boom, insbesondere aufgrund des Ukraine-Kriegs. Die Umsätze der vier größten deutschen Rüstungsunternehmen stiegen im Jahr 2024 um 36 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Unternehmen aus anderen Sektoren, wie Motorenbauer Deutz und Automobilzulieferer Schaeffler, haben sich ebenfalls dem Waffenherstellungssegment zugewandt. Dies kann sowohl Chancen als auch Risiken für die Gesamtwirtschaft darstellen, da auf dem internationalen Markt verstärkt Rüstungsaufträge generiert werden.
Um aus der aktuellen Krise herauszukommen, müssen mehr Unternehmen in zukunftsträchtigen Bereichen gegründet werden. Hubertus Bardt, ein weiterer Ökonom, sieht insbesondere Chancen durch Investitionen in die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Industrie. Es ist zu hoffen, dass Deutschland weiterhin als innovationsstarker Standort wahrgenommen wird, um in den globalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Herausforderungen sind also enorm, aber mit der richtigen Strategie und Reformen könnten sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups die Grundlage für einen erfolgreichen wirtschaftlichen Turnaround in Deutschland schaffen.
Deutschlandfunk berichtet, dass …
Deutsche Wirtschafts Nachrichten informieren über …
ZDF heute schildert die Situation …