Trumps wirtschaftliche Versprechen: Wo bleibt der Fortschritt für die Amerikaner?
Analysieren Sie die aktuelle US-Wirtschaftspolitik unter Trump: Versprechen, Herausforderungen und Auswirkungen auf die Bürger.

Trumps wirtschaftliche Versprechen: Wo bleibt der Fortschritt für die Amerikaner?
Die wirtschaftliche Lage der meisten US-Bürger bleibt angespannt, trotz der positiven Entwicklungen an den Börsen und wachsender Bruttoinlandsprodukt-Zahlen. Laut dem Ökonom Bachmann, der seit 25 Jahren in den USA lebt, gibt es keine signifikanten Fortschritte in der wirtschaftlichen Situation, was alarmierend für Präsident Donald Trump ist, der ein „goldenes Zeitalter“ für die amerikanische Wirtschaft versprochen hatte. Bachmann äußert in einem Interview mit Deutschlandfunk, dass die Lebenshaltungskosten insbesondere im Bereich Wohnen und Lebensmittel weiterhin hoch sind, während die positiven wirtschaftlichen Indikatoren oft auf einen Boom in der KI-Technologie und nicht auf eine breite wirtschaftliche Erholung hinweisen.
Trump wurde am 20. Januar 2025 als 47. Präsident der USA vereidigt und kündigte an, dass er die heimische Industrie schützen und Arbeitsplätze schaffen würde. Trotz eines starken Anstiegs der US-Börsen – der Dow Jones stieg um über 14%, der S&P 500 um fast 17% und der Nasdaq 100 um mehr als 21% – kritisieren Experten, dass die Realwirtschaft nicht von diesen Entwicklungen profitiert hat. Bachs Aberwitz betont, dass das Wachstum sich nicht gleichmäßig auf alle Sektoren verteilt.
Wirtschaftliche Indikatoren und Herausforderungen
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 4,3% auf das Jahr gerechnet, was zunächst positiv erscheint. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote im November auf 4,5%, dem höchsten Wert seit vier Jahren, und im Dezember wurden 8.000 Industriejobs gestrichen. Diese Entwicklungen könnten Trumps Popularität weiter gefährden; seine Zustimmungswerte fielen auf 33%, den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt. Verbraucherpreise haben sich im Dezember um 2,7% im Jahresvergleich erhöht, und die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten stellen ein erhebliches Problem dar, das die Wähler verunsichern könnte.
Die Einführung von Importzöllen, eine zentrale Maßnahme in Trumps Wirtschaftspolitik, hat sich als zweischneidiges Schwert erwiesen. Während die Zolleinnahmen im vergangenen Jahr etwa 200 Milliarden Dollar erreichten, wirken diese Zölle vor allem wie eine zusätzliche Steuer auf US-Bürger. Lediglich 4% der Zolllast trägt die ausländische Industrie, 96% werden auf die Käufer im eigenen Land abgewälzt. Dies führt zu einer spürbaren Erhöhung der Preise für die Verbraucher.
Politische Befürchtungen und künftige Aussichten
Bachmann äußert zudem Bedenken hinsichtlich der politischen Situation in den USA und befürchtet, dass sich die Lage vor den Kongresswahlen Ende 2026 negativ entwickeln könnte. Der Vergleich mit dem deutschen oder italienischen Faschismus der 30er Jahre wird laut Bachmann zwar betont, jedoch unterstreicht er auch, dass die aktuelle Lage nicht direkt vergleichbar ist. Diese tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen könnten Trump in den kommenden Monaten zunehmend zu schaffen machen, während die Staatsverschuldung bereits über 38 Billionen Dollar liegt, was einer Staatsverschuldungsquote von über 123% des BIP entspricht. Fachleute prognostizieren steigende Schulden, selbst bei Einschnitten in Gesundheits- und Sozialprogrammen.