Eine aktuelle Studie von empirica, die im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen durchgeführt wurde, befasst sich umfassend mit den Vorteilen von selbstgenutzten Immobilien als Altersvorsorge. Diese Analyse zeigt, dass Wohneigentum als stabil, renditestark und steuerlich vorteilhaft gilt. Im Vergleich zu kapitalmarktbasierten Vorsorgeformen, wie Aktien und Fonds, schneidet Wohneigentum hinsichtlich Effektivrendite, Sicherheit und Nutzwert im Alter häufig besser ab. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass selbstgenutzte Immobilien eine signifikante finanzielle Sicherheit und Stabilität für die Rentenzeit bieten.

Laut der Untersuchung erzielt Wohneigentum durchschnittlich eine Rendite von rund 7%, während Aktien bei etwa 8% liegen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Unterschiede in der Rendite hauptsächlich aus den unterschiedlichen Risikoprofilen, steuerlichen Aspekten und dem Verhalten der Anleger resultieren. Während Aktien höhere Bruttorenditen aufweisen, sind sie auch deutlich volatiler und unterliegen regelmäßigen Kursschwankungen. Laut der Analyse sinkt die effektive Rendite von Aktien durch Steuern und Umschichtungen vor Renteneintritt auf unter 4%. Emotionales Investitionsverhalten, wie Panikverkäufe, ist ein weiteres Risiko, das Aktienanleger häufig betrifft.

Vorteile selbstgenutzter Immobilien

Selbstgenutzte Immobilien bieten darüber hinaus eine Reihe weiterer Vorteile. Sie ermöglichen es den Eigentümern, Mietkosten im Alter zu vermeiden, was die Lebensqualität erhöht und Sicherheit vor Eigenbedarfskündigungen bietet. Eine Umfrage der Sparda-Bank ergab, dass fast 50% der Deutschen in selbstgenutzten Immobilien leben. Der hohe Inflationsschutz, langfristige Wertsteigerungspotenziale und steuerliche Privilegien bei Veräußerung sowie Vererbung machen Immobilien für viele zu einer attraktiven Option in der Altersvorsorge.

Obwohl der Kauf von Immobilien mit hohen Investitionskosten verbunden ist, einschließlich Kaufnebenkosten von bis zu 12% des Kaufpreises, sehen viele Anleger diese als langfristige Investition. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro betragen die Kaufnebenkosten 60.000 Euro. Bei einem Eigenkapitalanteil von 20% bleibt eine Restfinanzierung von 448.000 Euro, was zu jährlichen Belastungen von 31.360 Euro führt. Immobilien sind jedoch weniger flexibel als andere Altersvorsorgeprodukte, und der Verkaufsprozess kann langwierig sein.

Steuerliche Aspekte und Renditekriterien

Die steuerlichen Vorteile für selbstgenutzte Immobilien sind ebenfalls bemerkenswert. Gewinne aus dem Verkauf solcher Immobilien sind gemäß § 22 Nr. 2 EStG steuerfrei. Zudem gibt es Erbschaftsteuerprivilegien, die den Erwerb von selbst genutzten Immobilien für Ehegatten steuerfrei gestalten, während für Kinder gewisse Einschränkungen bestehen. Vermietete Immobilien hingegen unterliegen anderen Besteuerungssystemen, mit Ertragsteuern von 14 bis 45%. Nach einer Haltedauer von 10 Jahren im Privatvermögen können auch vermietete Immobilien steuerfrei veräußert werden.

Die Studie schließt mit der Feststellung, dass nachhaltiges und konsequentes Sparen ein entscheidendes Element für Haushalte ist. Ob Anleger in Aktien oder Immobilien investieren, hängt stark von ihren individuellen Zielen und der Bereitschaft ab, Risiken einzugehen. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass Immobilien weiterhin eine wesentliche Rolle in der Vorsorgestrategie vieler Menschen spielen können. Für Investoren empfiehlt es sich, einen langfristigen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren einzuplanen, um steuerliche Vorteile sinnvoll zu nutzen. Mehr dazu finden Sie in dem umfassenden Bericht auf ASSCompact und den Informationen auf DATEV.