Am 20. Februar 2026 äußerte sich US-Präsident Donald Trump über den Entscheid des Obersten Gerichtshofs, der große Teile seiner Zollpolitik für ungültig erklärte. Trump betonte in seiner Rede, dass die US-Wirtschaft während seiner Amtszeit einen Boom erlebt habe. Dennoch zeigen jüngste Daten des US-Handelsministeriums, dass das Handelsdefizit im Jahr 2025 mit rund 901,5 Milliarden Dollar nahezu stabil geblieben ist – lediglich zwei Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr. Dies wird hauptsächlich durch einen Anstieg der Warenimporte um 2,1 Prozent auf fast 1241 Milliarden Dollar verursacht, während der Überschuss im Dienstleistungssektor um 8,9 Prozent auf 339,5 Milliarden Dollar zunahm.

Der Oberste Gerichtshof entschied am Freitag, dass Trump nicht befugt war, Zölle ohne Zustimmung des Kongresses zu verhängen und erklärte zahlreiche Zölle für ungültig. Der Gerichtsbeschluss könnte die politische Agenda Trumps erheblich beeinflussen, da er bereits angekündigt hat, neue Abgaben in Form von weltweit zehnprozentigen Basiszöllen einführen zu wollen. Diese Entscheidung fiel inmitten einer Debatte über die Effektivität seiner Zollpolitik und die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Reaktionen und Expertenmeinungen

Experte Justin Wolfers ließ in einer Stellungnahme durchblicken, dass er die Ergebnisse von Trumps Zollpolitik für unzureichend hält. Er lachte über die Vorstellung, dass die Zölle dazu beigetragen hätten, das Handelsdefizit signifikant zu verringern. Wolfers wies darauf hin, dass ein Handelsdefizit nicht zwangsläufig die wirtschaftliche Gesundheit eines Landes widerspiegelt. Zudem beleuchtete er dies anhand eines persönlichen Beispiels.

Eine weitere Analyse, die in verschiedenen Quellen diskutiert wurde, weist darauf hin, dass 96 Prozent der Zollkosten von amerikanischen Importeuren und Verbrauchern getragen werden. Viele Ökonomen, darunter Julian Hinz vom IfW, bezeichnen die Zölle als „Eigentor“, da sie die Handelsbilanz weiter belasten und die wirtschaftliche Lage der USA nicht verbessern konnten. Dies wird zusätzlich durch den Umstand bekräftigt, dass das Handelsdefizit im Dezember 2025 um fast ein Drittel auf über 70 Milliarden Dollar angestiegen ist, was auf sinkende Exporte und steigende Importe zurückzuführen ist.

Politische Implikationen

Trump hatte die Einführung der Zölle vor allem mit Argumenten zur nationalen Sicherheit und Handelsungleichgewichten gerechtfertigt. Die unzufriedenen Reaktionen auf die lange Wartezeit bis zur Entscheidung des Supreme Courts könnten in den kommenden Wochen zu weiteren politischen Spannungen führen und die Debatte über zukünftige Handelspolitiken anheizen. Währenddessen bleibt abzuwarten, wie die neuen Zonengebühren und die Reaktionen aller Beteiligten sich entwickeln werden.

Durch den jüngsten Beschluss des Obersten Gerichtshofs sieht sich die US-Regierung nun vor der Herausforderung, neue Wege zu finden, um ihre Handelsbilanz zu verbessern, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die internationalen Handelsbeziehungen immer komplexer werden.

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