
Der österreichische Industriesektor sieht sich mit einem anhaltenden Wettbewerbsdruck konfrontiert, der die Investitionsentscheidungen großer Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Laut einem Bericht von Südtirol News planen viele Firmen für die kommenden fünf Jahre nur 18 Prozent ihrer Investitionsausgaben in Österreich zu tätigen. Der überwiegende Rest dieser Investitionen wird ins Ausland gelenkt, wobei 30 Prozent nach Asien und 20 Prozent nach Osteuropa fließen werden.
Die Gründe für diese Verschiebung sind vielfältig: geringere Lohnkosten, reduzierte Bürokratie und attraktive lokale Förderungen sind nur einige der Faktoren, die Unternehmen dazu bewegen, ihre Produktionsstätten in günstigere Länder zu verlagern. Zudem betrifft dies auch die USA, wo 15 Prozent der zukünftigen Investitionen aus Österreich erwartet werden, während 13 Prozent nach West- und Südeuropa fließen sollen.
Langfristige Strategien trotz Zolldrohungen
Trotz der Zolldrohungen aus den USA zeigen sich österreichische Unternehmen unbeeindruckt in ihren langfristigen Strategien. Die Umfrage unter 89 Vorstands- und Geschäftsführungsmitgliedern großer Unternehmen ergab, dass 80 Prozent der Befragten über einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro verfügen und primär in der Produktion tätig sind. Diese Firmen haben bislang Umsatzrückgänge durch die US-Zollpolitik gut abfedern können, indem sie höhere Preise an ihre Kunden weitergaben. Das Marktpotenzial in den USA sowie stabilere Lieferketten und der Inflation Reduction Act bieten bedeutende Anreize für Investitionen in amerikanische Produktionsstätten.
Unternehmen, die bereits länger in den USA tätig sind, scheinen von dieser Entwicklung besonders zu profitieren. Sie sehen in dieser Region nicht nur eine Möglichkeit zur Diversifizierung ihrer Märkte, sondern auch eine Chance, ihre Kostenstrukturen zu optimieren. Neben der Regionalisierung der Wertschöpfung, die darauf abzielt, Produktion in der Nähe der Verkaufsregionen anzusiedeln, stehen auch Themen wie Cybersicherheit, Forschung und Entwicklung sowie nachhaltige Praktiken ganz oben auf der strategischen Agenda.
Aktuelle Herausforderungen der Industrie
Die österreichische Exportwirtschaft hat im vergangenen Jahr einen Warenexport von 200 Milliarden Euro erreicht, dennoch stehen einige Unternehmen vor ernsthaften Herausforderungen. Laut Der Standard sind hohe Lohnabschlüsse und teure Energie weiterhin massiven Belastungen ausgesetzt, die sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Dies führt zu einem Dämpfer im Exportsektor, da viele Industriebetriebe einen massiven Druck verspüren, ihre Produktionsstätten zu verlagern, um kosteneffizienter arbeiten zu können.
Unternehmen wie KTM sehen sich sogar mit der Gefahr einer Insolvenz konfrontiert, was die angespannte Lage der Industrie unterstreicht. Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) hat die Bedenken der Industrievertreter bestätigt und bietet Unterstützung bei Exporten und Auslandsbeteiligungen an, was zusätzlichen Druck auf die Unternehmen ausübt, ihre Strategien anzupassen.