
Am 30. August 2025 zeigt die geopolitische Lage zwischen Indien und den USA Anzeichen eines dramatischen Wandels. Die US-Regierung hat am 27. August 2025 Zölle von 25 % auf indische Importe eingeführt, was den Gesamtzollsatz auf 50 % erhöht. Dieser Schritt wurde von Präsident Donald Trump angeordnet, um die russische Wirtschaft zu schwächen. Die Maßnahme kommt in einer Zeit, in der Indien aufgrund umfangreicher Ölkäufe aus Russland ins Visier der US-Administration geraten ist. Indien ist nach China der zweitgrößte Abnehmer russischer fossiler Brennstoffe und hat seit dem Ukraine-Krieg große Mengen Öl aus Russland bezogen, um seine wirtschaftlichen Interessen zu wahren.
Roman Babushkin, der Geschäftsträger der russischen Botschaft in Indien, äußerte jedoch die Überzeugung, dass Indien trotz der neuen Zölle weiterhin russisches Öl kaufen wird. Zwei indische Regierungsquellen berichten von Zögerlichkeiten, die russischen Ölimporte vollständig einzustellen, und betonen, dass Indien an einer Verbesserung seiner Beziehungen zu Washington interessiert ist. Gespräche zwischen Indien und den USA sind bereits im Gange, was auf ein mögliches Umdenken der indischen Regierung hindeutet.
Indiens Reaktion auf die US-Zölle
Die indische Regierung hat die Kritik an ihren Ölimporten aus Russland als „ungerechtfertigt und unvernünftig“ zurückgewiesen. Sie verweißt auf nationale Interessen sowie wirtschaftliche Sicherheit, während sie gleichzeitig signalisiert, dass sie offen für höhere US-Energieeinkäufe ist. Zudem haben einige indische Raffinerien bereits begonnen, ihre Nachfragen nach Öl zu drosseln. Im Oktober 2025 wird ein Rückgang der Ölkäufe aus Russland auf 1,4 bis 1,6 Millionen Barrel pro Tag erwartet, im Vergleich zu 1,8 Millionen Barrel pro Tag, was eine signifikante Änderung darstellt.
Einen weiteren Aspekt des Konflikts stellt das geplante Einfrieren der russischen Ölimporte dar. Indien warnt, dass ein solcher Schritt die Lieferkette stören und bestehende inländische Kraftstoffpreise in die Höhe treiben könnte. Die staatlichen Raffinerien in Indien haben bereits kein russisches Öl mehr angefragt. Angesichts der Tatsache, dass Öl- und Gasexporte etwa ein Drittel des russischen Haushalts ausmachen, könnte eine signifikante Drosselung der Ölkäufe Putins Einnahmen stark beeinträchtigen.
Öljahresbilanz und wirtschaftliche Auswirkungen
Trotz der Herausforderungen hat Indien seit Anfang 2022 durch die Erhöhung der Ölimporte aus Russland mindestens 17 Milliarden Dollar eingespart, was die wirtschaftliche Dimension der anhaltenden Ölgeschäfte unterstreicht. Russisches Rohöl macht mittlerweile fast 40 % der gesamten Ölkäufe Indiens aus. Zudem hat die EU im Sommer 2025 einen Preisdeckel von unter 50 Dollar für russisches Öl festgelegt, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Russland weiter verschärft.
Insgesamt steht Indien an einem strategischen Kreuzweg, während es versucht, sowohl seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland aufrechtzuerhalten als auch den US-Druck zu berücksichtigen. Die Entwicklungen der nächsten Wochen werden entscheidend dafür sein, wie sich diese komplexe Situation entfaltet.
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