Versicherung

Marokko erhöht Solidaritätssteuer auf Versicherungen: Wer wird bestraft?

Am 30. August 2025 hat die marokkanische Regierung in Rabat einen Entwurf zur Erhöhung der „Solidaritätssteuer gegen Katastrophen“ angenommen. Dieser Schritt, der von Wirtschafts- und Finanzministerin Nadia Fettah vorgestellt wurde, ist Teil der Umsetzung des Gesetzes 110.14, das ein System zur Absicherung gegen Katastrophenereignisse etabliert. Dies ist eine direkte Reaktion auf das verheerende Al Hoauz Erdbeben, das am 8. September 2023 die Region erschütterte.

Der Regierungssprecher Mustapha Baitas erläuterte, dass die neue Regelung auf bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen basiert. Ziel der Maßnahme ist es, die finanziellen Kapazitäten des Fonds zu stärken, der mit den zusätzlichen Einnahmen, die von 1 % auf 1,5 % der Versicherungsprämien und -beiträge erhöht werden, besser in der Lage sein wird, Verpflichtungen gegenüber betroffenen Personen zu erfüllen.

Schutz durch höhere Abgaben

Die zusätzlichen Einnahmen aus dieser Steuer werden in den „Fonds de solidarité contre les événements catastrophiques“ (FSEC) fließen, der jenen Betroffenen zugutekommt, die über keine eigene Versicherung verfügen. Die Maßnahme betrifft verschiedene Versicherungssparten, darunter Kfz-, Schiffs- und Flugzeugversicherungen, Haftpflichtpolicen sowie Kranken- und Unfallversicherungen. Lebensversicherungen und bestimmte Verträge von im Ausland ansässigen Personen oder Unternehmen sind jedoch von dieser Regelung ausgenommen.

Die Erhöhung der Steuer erfolgt in einem Kontext, in dem die marokkanische Regierung auf eine globale Zunahme von Naturkatastrophen hinweist, was auch die Kosten für Rückversicherungen in die Höhe treibt. Nach dem Al Hoauz Erdbeben haben sich die Aufwendungen zur Deckung seismischer Risiken für den Fonds verdoppelt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die finanziellen Mittel bereitzustellen, um auf solche Katastrophen besser vorbereitet zu sein.

Kritik und Herausforderungen

Medien berichten jedoch auch von kritischen Stimmen zur Entscheidung, die zur Zeit des bevorstehenden neuen Schuljahres und direkt nach den Sommerferien getroffen wurde. Dies könnte Haushalte unter finanziellen Druck setzen, da sie nun mit höheren Versicherungsprämien rechnen müssen. Die genaue Mehrbelastung für Versicherungsnehmer hängt dabei stark von der Art und Höhe der jeweiligen Prämien ab. Diese Reform wird folglich sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen und könnte zu einer höheren finanziellen Belastung in den betroffenen Versicherungssparten führen.

In Europa zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn man die Reaktionen auf Naturkatastrophen betrachtet. Laut den neuesten Informationen werden nahezu 718,5 Millionen Euro aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) an mehrere Staaten verteilt, um ihnen bei der Bewältigung von Katastrophenschäden zu helfen. Unter den unterstützen Ländern sind Deutschland, Belgien, die Niederlande, Österreich und Luxemburg, die alle von den verheerenden Überschwemmungen im Juli 2021 betroffen waren.

Die EU hat auch finanzielle Mittel für andere Naturkatastrophen bereitgestellt, darunter 9,5 Millionen Euro für den Vulkanausbruch auf La Palma, Spanien, und 1,4 Millionen Euro für das Erdbeben auf Kreta, Griechenland. Diese Gelder sind Teil einer umfassenden Unterstützung, die seit der Gründung des EUSF im Jahr 2002 für 100 Katastrophen mobilisiert wurde, darunter auch zahlreiche Waldbrände, Stürme und Dürren. Bislang haben mehr als 28 europäische Länder über 7 Milliarden Euro an Hilfen erhalten, was die Wichtigkeit solcher Fonds zur Unterstützung in Krisenzeiten verdeutlicht.

Diese Entwicklungen in Marokko und Europa verdeutlichen die anhaltende Notwendigkeit, präventive Maßnahmen gegen Naturkatastrophen zu ergreifen und die finanziellen Ressourcen entsprechend anzupassen.

Für weitere Einzelheiten zur Erhöhung der Solidaritätssteuer in Marokko besuchen Sie Maghreb Post und für Informationen zu EU-Hilfen konsultieren Sie den Europäischen Parlament.

Tim Meisner

Tim Meisner ist ein angesehener Wirtschaftsexperte und Analyst mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in Deutschland hat er ein umfassendes Verständnis für lokale und nationale Wirtschaftsthemen entwickelt. Sein Fachwissen erstreckt sich von Finanzmärkten und Unternehmensstrategien bis hin zu makroökonomischen Trends. Er ist bekannt für seine klaren Analysen und durchdachten Einschätzungen, die regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien zitiert werden.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert