
Das Bürgergeld, seit 2023 als Nachfolger von Hartz IV im Einsatz, steht erneut in der Diskussion, da ab Januar 2025 keine Erhöhung der Regelsätze geplant ist. Dies wurde gestern, am 30. August 2025, vom Bundeskabinett sowie dem Bundesrat beschlossen. Diese Nullrunde sorgt für Kritik, da zahlreiche Menschen, die auf dieses Geld angewiesen sind, kaum von den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland profitieren können.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit ist das Bürgergeld für etwa 5,6 Millionen Menschen in Deutschland eine grundlegende Lebensstütze. Die Beamten haben bereits 2024 die Regelsätze entsprechend der Inflation angehoben. Diese Erhöhung ist jedoch die letzte, da für 2025 keine Anpassung mehr vorgenommen wird. Die Regelsätze bleiben bei 563 Euro für Alleinstehende und 506 Euro für Partner in Bedarfsgemeinschaften. Für Jugendliche und Kinder sind die Beiträge ebenfalls fixiert.
Regelsätze im Überblick
Gruppen | Regelsatz (Euro) |
---|---|
Alleinstehende/Alleinerziehende | 563 |
Paare je Partner/Bedarfsgemeinschaft | 506 |
Volljährige in Einrichtungen | 451 |
Jugendliche 14-17 Jahre | 471 |
Kinder von 6-13 Jahren | 390 |
Kinder 0-5 Jahre | 357 |
Die gesetzliche Besitzschutzregelung (§28a Absatz 5 SGB XII) stellt sicher, dass die Beträge nicht gesenkt werden können, was in Zeiten sinkender Lebenshaltungskosten von Bedeutung ist. Die Berechnung des Bürgergeldes stützt sich auf einen Mischindex von 70 Prozent Preis- und 30 Prozent Lohnentwicklung. Trotz aktueller, gesunkener Lebenshaltungskosten bleibt der Betrag unverändert.
Politische Reaktionen und zukünftige Aussichten
Die Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas plant darüber hinaus, härtere Sanktionen für Bürgergeldempfänger einzuführen, insbesondere bei nicht eingehaltenen Terminen. Des Weiteren kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das aktuelle Sozialsystem scharf und fordert tiefgreifende Reformen, um das System zukunftsfähig zu gestalten.
Für 2026 gibt es bereits Prognosen, dass auch in diesem Jahr keine Erhöhung zu erwarten ist. Der Sprecher des Bundesministeriums für Arbeit bestätigte die Nullrunde und wies darauf hin, dass die endgültige Entscheidung über eventuelle Anpassungen erst im Laufe des kommenden Jahres getroffen wird. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Prognose der Deutschen Bundesbank, die eine Inflationsrate von etwa 2,2 Prozent voraussieht.
Aktuell stehen die Ausgaben für das Bürgergeld bei etwa 47 Milliarden Euro jährlich, und im Jahr 2024 waren rund 5,5 Millionen Bürgergeldbezieher verzeichnet, von denen knapp 4 Millionen als erwerbsfähig gelten.
Kritik und Unsicherheit über die Zukunft des Bürgergeldes bleiben bestehen, und viele Bürger hoffen auf Verbesserungen, die ihnen eine finanzielle Entlastung bieten.
Für detailliertere Informationen und Hintergründe zu den aktuellen Entwicklungen können Sie die Berichterstattung von Südkurier und die Analyse von Tagesschau lesen.