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Hamburg auf Klimakurs: Netzwerk-Initiative für die Zukunft gestartet!

Die Handelskammer Hamburg hat heute die Netzwerk-Initiative „Hamburg Net Zero“ ins Leben gerufen, die darauf abzielt, die Produktion von Gütern und Dienstleistungen in der Hansestadt bis 2040 weitgehend klimaneutral zu gestalten. Bei der Auftaktveranstaltung waren über 40 Vertreter von Hamburger Unternehmen anwesend, darunter auch die Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA) sowie Airbus. Die Handelskammer-Präses Norbert Aust betonte die Verbindung zwischen Klimaschutz und globalen Megatrends und hob die wachsende Bedeutung von Klimaschutz in der wirtschaftlichen Agenda hervor.

Michael Otto, Ehrenbürger Hamburgs, warnte bei der Veranstaltung vor möglichen Rückschritten im Klimaschutz und betonte gleichzeitig die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sich aus diesen Bemühungen ergeben. Die Initiative soll den Austausch von Erfahrungen und die Beratung zu Klimaschutz-Modellen fördern und konzentriert sich auf die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Entwicklung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen. Auch die Elektrifizierung des Lastwagenverkehrs im Hamburger Hafen sowie gemeinschaftliche Stromabnahmeverträge wurden als Themen angesprochen. Trotz bereits erzielter Fortschritte im Klimaschutz, wie den Aktivitäten von Aurubis und dem klimaneutralen Betrieb des Flughafens, gibt es Rückschläge, darunter den langsamen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und die Rückstellungen von Projekten durch Unternehmen wie ArcelorMittal und Airbus. Zudem wird die abrupte Abschaltung konventioneller Kraftwerke ohne adäquaten Ersatz kritisiert – so wurde das Vattenfall-Steinkohlekraftwerk Moorburg teilweise gesprengt, während das Heizkraftwerk Wedel weiterhin in Betrieb bleibt.

Wasserstoff als Schlüsselelement der Dekarbonisierung

In einem weiteren Schritt zur Förderung der Klimaneutralität plant das tesa Werk Hamburg, ab 2027 Wasserstoff zur Dekarbonisierung seiner Produktion einzusetzen. Der Auftrag für die Planung des Anschlusses an das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) wurde bereits erteilt. Die Hamburger Energienetze GmbH wird eine Gasdruckregel- und Messanlage mit einer Anschlussleistung von 25 Megawatt direkt am tesa-Standort in Harburg entwerfen.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung des Projekts, die unter anderem Baugrunduntersuchungen, Bodenanalysen und Trassenplanungen umfassen. Das tesa Werk Hamburg, das mit rund 700 Mitarbeitern ein- und doppelseitige Klebebänder produziert, strebt eine klimaneutrale Produktion bis 2030 an, sowohl hinsichtlich direkter (Scope 1) als auch indirekter Emissionen (Scope 2). Durch den geplanten Einsatz von Wasserstoff anstelle von Erdgas wird mit einer CO₂-Einsparung von rund 6.000 Tonnen pro Jahr gerechnet.

Der Bau des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes begann im August 2023 und das Projekt wurde in das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz aufgenommen. Der IPCEI-Förderbescheid für die ersten 40 Kilometer des Netzes wurde bereits übergeben. Das HH-WIN soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen und bis 2032 auf eine Leitungslänge von 60 Kilometern ausgebaut werden. Das potenzielle CO₂-Senkungspotenzial durch die Nutzung von Wasserstoff wird auf über 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt.

Tim Meisner

Tim Meisner ist ein angesehener Wirtschaftsexperte und Analyst mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in Deutschland hat er ein umfassendes Verständnis für lokale und nationale Wirtschaftsthemen entwickelt. Sein Fachwissen erstreckt sich von Finanzmärkten und Unternehmensstrategien bis hin zu makroökonomischen Trends. Er ist bekannt für seine klaren Analysen und durchdachten Einschätzungen, die regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien zitiert werden.

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