Investitionen

KI-Milliarden verpuffen: Warum Unternehmen scheitern und lernen müssen!

In den letzten Jahren haben US-Unternehmen zwischen 30 und 40 Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz (KI) investiert. Trotz dieser massiven finanziellen Mittel zeigt eine aktuelle Untersuchung des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT), dass rund 95 Prozent der KI-Projekte nicht den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg bringen. Diese Erkenntnisse basieren auf der Auswertung von 300 öffentlich bekannten KI-Initiativen sowie 52 Interviews mit Unternehmen und Rückmeldungen von über 150 Führungskräften auf Branchenkonferenzen, wie IT-Daily berichtet.

Ein Muster, das sich immer wieder zeigt, ist die Neigung von Unternehmen, sich zu schnell auf neue Technologien zu stürzen, ohne dabei konkrete Geschäftsprobleme zu adressieren. Andrea Hill, eine US-Beraterin und Gründerin der Hill Management Group, hebt hervor, dass ein Großteil der Investitionen in Pilotprojekte fließt, insbesondere in den Bereichen Marketing und Vertrieb. Hierzu gehören Anwendungen wie automatische E-Mail-Texte, Chatbots und die Erstellung von Inhalten.

Herausforderungen und Fehlschläge

Die Entscheidungsträger stehen oftmals vor der Herausforderung, den Nutzen von KI-Anwendungen in komplexeren Bereichen wie Finanzen, Beschaffung oder Betrieb klar zu kommunizieren. Der Attraktivität der Marketing-Tools liegt die Annahme zugrunde, dass Kundenbeziehungen von schnellen Antworten und korrekter Grammatik geprägt werden können. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil: Frustrierende Chatbots und unpassende Mailings führen zu sichtbaren Fehlschlägen im Kundenkontakt.

Die MIT-Studie hebt hervor, dass weniger auffällige Anwendungsfelder wie die Backoffice-Automatisierung, das Finanzwesen und die Beschaffung die größten Effizienzgewinne bringen. Anscheinend hängt der wirtschaftliche Nutzen von KI entscheidend davon ab, ob die Technologie für spezifische Geschäftsprobleme eingesetzt wird. Ein besseres Verständnis der Anwendungsbereiche könnte dazu beitragen, den Erfolg der Investitionen in KI zu steigern.

Künstliche Intelligenz im Journalismus

Parallel zu den Herausforderungen im Unternehmenssektor erfahren auch Medienhäuser einen Wandel durch den Einsatz von KI. Laut der Reuters Institute-Studie „Journalism and Technology – Trends and Predictions 2025“ erwarten 87 Prozent der Redaktionen grundlegende Veränderungen in ihrer Arbeitsweise durch generative KI. Insbesondere in Anbetracht der sinkenden Reichweiten, des wirtschaftlichen Drucks und regulatorischen Unsicherheiten suchen viele Medienhäuser nach KI-gestützten Innovationen, um diese Herausforderungen zu bewältigen, wie Refa feststellt.

Zu den möglichen Anwendungen im Journalismus zählen automatisierte Nachrichtenübersetzungen sowie personalisierte Nachrichtenerlebnisse. In diesem Zusammenhang gewinnen Kooperationen mit KI-Anbietern, wie beispielsweise ChatGPT, zunehmend an Bedeutung. Lizenzvereinbarungen könnten nicht nur neue Einnahmequellen erschließen, sondern auch einen besseren Zugang zu fortschrittlichen KI-Technologien bieten, was die Transformation der Medienbranche weiter vorantreibt.

Tim Meisner

Tim Meisner ist ein angesehener Wirtschaftsexperte und Analyst mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in Deutschland hat er ein umfassendes Verständnis für lokale und nationale Wirtschaftsthemen entwickelt. Sein Fachwissen erstreckt sich von Finanzmärkten und Unternehmensstrategien bis hin zu makroökonomischen Trends. Er ist bekannt für seine klaren Analysen und durchdachten Einschätzungen, die regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien zitiert werden.

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