
Am Rostocker Stadthafen laufen die Bauarbeiten zur Errichtung einer Hochwasserschutzanlage, die durch umfangreiche Planungen und Bürgerdiskussionen geprägt ist. Die Stadtverwaltung hat auf eine Anfrage von Bürgerschaftsmitglied Christian Albrecht (Die Linke) in einer Stellungnahme Angaben zur Höhe und den Auswirkungen der geplanten Hochwasserschutzmauern gemacht. Die Maßnahmen, die als Küstenschutzangelegenheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern gelten, sind eine direkte Reaktion auf vergangene Hochwasserereignisse und eine Neubewertung des Hochwasserschutzes.
Im Rahmen der Planungen sind spezifische Höhen für die Hochwasserschutzmauern festgelegt worden. Am Kempowski-Ufer soll eine Höhe von 3,2 Metern über NHN erreicht werden, während im restlichen Stadthafen 3,54 Meter über NHN vorgesehen sind. Darüber hinaus wird darauf geachtet, keine zwei Meter hohe Mauer zu errichten; die Schutzbauwerke werden auf die maximal notwendige Höhe reduziert.
Baufortschritt und Kosten
Die Gesamtkosten für die Hochwasserschutzmaßnahmen belaufen sich auf knapp 60 Millionen Euro. Ein Großteil der finanziellen Ressourcen wird für den Bau eines fast drei Kilometer langen Hochwasserschutzes verwendet, der vom Kabutzenhof bis zur Vorpommernbrücke reicht. Minister Till Backhaus lobte während einer Vorstellung im Rathaus die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land sowie die Einbeziehung der Fachämter in die Planungen.
Die Bauarbeiten sollen bis ins nächste Jahr andauern, wobei die Fertigstellung der Maßnahmen bis 2030 angestrebt wird. Neben den Hochwasserschutzmauern sind auch weitere Umsetzungen, wie die Verlegung von zwei großen Regenwasserauslässen sowie der Ausbau einer Rechtsabbiegerspur von der L22, geplant.
Gestaltung und Bürgermeinungen
Um die Beeinträchtigung des Stadtbildes zu minimieren, wurde eine Gestaltung in terrassenartigen Lösungen vorgesehen. Die Wandhöhe am Kempowski-Ufer wird durchschnittlich bei 1,4 Metern liegen, während sie im Bereich Al Porto etwa 1,5 Meter beträgt. Die Wandhöhen an der Silohalbinsel variieren zwischen 0,92 und 1,84 Metern. Die durchschnittliche Sichtbarkeit der Hochwasserschutzwand an der Friedrichstraße wird auf 1,87 Meter geschätzt.
Die Reaktionen der lokalen Gastronomen am Stadthafen sind gemischt. Einige äußern Bedenken hinsichtlich der Höhe der geplanten Mauer, während andere, wie eine Gastronomin, positive Entwicklungen sehen und sogar Vorschläge für höhere Terrassen unterbreiten. Die Diskussion über die finanziellen Absicherungen, wie die mögliche Einrichtung eines „Versicherungsfonds“, wird ebenfalls geführt. Die Senatorin für Infrastruktur, Umwelt und Bau, Holger Matthäus, und Senatorin Fischer-Gäde betonen, dass ein solcher Fonds nur eine Ergänzung zu den baulichen Maßnahmen darstellen kann.
Insgesamt wird der Hochwasserschutz als wirtschaftlich sinnvoll angesehen, mit einem Nutzen, der etwa zwölfmal so hoch ist wie die damit verbundenen Kosten. Mehrere Aspekte im Zusammenhang mit der Errichtung der Hochwasserschutzanlagen werden weiterhin diskutiert, bevor die endgültigen Planungsdetails abgeschlossen sind.
Zusammenfassend ist der Hochwasserschutz am Rostocker Stadthafen nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein bedeutendes soziales und wirtschaftliches Vorhaben, das weitreichende Diskussionen in der Bürgerschaft angestoßen hat. Die Stadtverwaltung ist sich der Verantwortung bewusst und arbeitet eng mit dem Land zusammen, um die notwendige Sicherheit für die Region zu gewährleisten.
Für weitere Details zu den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Stadthafen können die Berichte von Nordkurier und Rostock heute konsultiert werden.