
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien intensiviert, was am 28. August zur Zerschlagung der Kuibyshev- und Afipsky-Raffinerien führte. Diese Angriffe sind Teil einer strategischen Kampagne, die darauf zielt, Russlands entscheidenden Energiesektor zu destabilisieren und den Krieg zu finanzieren. Laut dem Merkur verdient Russland seit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 über 883 Milliarden Euro mit seinen Energieexporten, was die Bedeutung dieser Angriffe unterstreicht.
Die Kuibyshev-Raffinerie verarbeitet jährlich 7 Millionen Tonnen Öl, während die Afipsky-Raffinerie 6,25 Millionen Tonnen verarbeitet. Diese Anlagen sind für die russische Wirtschaft von zentraler Bedeutung, und die Ukraine zielt gezielt auf sie, um den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen. Am 24. August wurde zudem eine Ölraffinerie in Ust-Luga angegriffen, wo Flugbenzin für militärische Anwendungen produziert wird.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Angriffe verursachen in Russland spürbare wirtschaftliche Folgen. Das Institut für den Krieg berichtet von einer Benzinknappheit, die zu steigender Inflation und makroökonomischer Instabilität führt. Zudem stiegen die Lohnrückstände in der Raffinerie Nowoschachtinsk, wo Arbeiter seit über vier Monaten auf ihre Bezahlung warten. Die Lohnrückstände nahmen im Juli 2025 um 25 Prozent zu, was vor allem auf die hohen Leitzinsen der Zentralbank von 18 Prozent zurückzuführen ist.
Darüber hinaus kritisieren russische Militärblogger die ineffektive Luftabwehr und die steigenden Benzinpreise angesichts der fortwährenden Angriffe. Die Situation stimmt auch pessimistisch, da die „versteckte Arbeitslosigkeit“ laut Wirtschaftsverbänden zunimmt. In diesem Spannungsfeld hat die russische Regierung beschlossenen, das Exportverbot für Benzin bis Ende September für Produzenten und Ende Oktober für Nicht-Produzenten zu verlängern.
Kritik an der russischen Führung
Die Angriffe auf die Ölraffinerien sind nicht nur militärisch, sondern auch psychologisch bedeutsam. Daher sind die Reaktionen innerhalb Russlands auf die wiederholten Drohnenschläge ebenfalls von Interesse. Es gibt anhaltende Beschwerden über die Führung, die es nicht geschafft hat, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Angriffe abzuwenden. Blogger wie „Vysokygovorit“ und „Rybar“ äußern Unverständnis über die fehlenden personellen Konsequenzen für die Verantwortlichen, während andere die Führung als inkompetent kritisieren. Diese interne Unruhe könnte langfristig auch das Vertrauen der russischen Bürger in die Regierung gefährden.
Zusätzlich berichteten Beobachter, dass die Ukraine in den letzten Monaten einen Anstieg ihrer Drohnenangriffe auf militärische und wirtschaftliche Ziele im russischen Hinterland erlebt. Diese Angriffe zielen darauf ab, die Logistik und die Nachschubwege Russlands zu schwächen. Während die Effektivität dieser Taktik offen bleibt, zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass die Angriffe die russische Wirtschaft erheblich belasten und den Konflikt zunehmend auf russisches Territorium verlagern.
Die internationale Aufmerksamkeit für die Angriffe wächst, und selbst US-Präsident Donald Trump hat sich zu den Ereignissen geäußert. Seine wütende Reaktion auf die Angriffe auf die Druschba-Pipeline verdeutlicht, wie wichtig das Thema auch auf globaler Ebene ist.