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Deutschlands alarmierende Uranabhängigkeit: Unterstützung für Russland?

Im Jahr 2024 importierte Deutschland mindestens 68,8 Tonnen Uran aus Russland, was einer Erhöhung von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Anstieg der Uranimporte wurde durch den russischen Atomkonzern Rosatom ermöglicht und für eine Firma in Niedersachsen geliefert. Eine Brennelemente-Fabrik in Lingen, Niedersachsen, ist der Hauptempfänger des uranhaltigen Materials, das in der Produktion von Brennelementen für russische Reaktoren des Typs WWER verwendet wird, wie fr.de berichtete.

In der Zwischenzeit genehmigten niederländische Behörden bis zu fünf Transporte von radioaktivem Material an eine russische Firma. Umweltorganisationen kritisieren diese aktiven Uranimporte als direkte Unterstützung für den Krieg in der Ukraine. Zudem warnen Umweltverbände vor Sicherheitsrisiken und potenziellen Sabotageakten durch die Kooperation mit Rosatom. Trotz der EU-Sanktionen sind russisches Uran und Rosatom von diesen betroffen, was die Situation weiter kompliziert.

Abhängigkeit von Uran aus Russland und Kasachstan

Die Abhängigkeit europäischer Atomkraftwerke von Uranimporten aus Russland und Kasachstan ist enorm. Rund 40 Prozent des von der EU importierten Urans stammen aus diesen Ländern. In Osteuropa sind 18 Atomkraftwerke sogar zu 100 Prozent von Lieferungen aus Russland angewiesen. Der Krieg in der Ukraine hat die Abhängigkeit von russischen Energierohstoffen offengelegt, insbesondere von Erdgas, Erdöl und Steinkohle, wie scinexx.de anmerkte.

Zusätzlich hat die EU im Jahr 2020 etwa 20 Prozent ihres Urans aus Russland und weitere 20 Prozent aus Kasachstan bezogen. 18 Atomkraftwerke in der EU nutzen ausschließlich russischen Kernbrennstoff, da ihre Reaktoren nur mit russischen Brennstäben funktionieren können. Während die europäische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nach Alternativen sucht, bleibt die Versorgungssicherheit bei der Kernenergie ein brisantes Thema.

Tim Meisner

Tim Meisner ist ein angesehener Wirtschaftsexperte und Analyst mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in Deutschland hat er ein umfassendes Verständnis für lokale und nationale Wirtschaftsthemen entwickelt. Sein Fachwissen erstreckt sich von Finanzmärkten und Unternehmensstrategien bis hin zu makroökonomischen Trends. Er ist bekannt für seine klaren Analysen und durchdachten Einschätzungen, die regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien zitiert werden.

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