Aktienmarkt

Europa als Anlageziel: Warum Einzelunternehmen besser als der Index sind

Gemäß einem Bericht von www.nzz.ch, wird Anlegern empfohlen, beim Investieren in Europa auf ausgewählte Einzelunternehmen statt auf den Index zu setzen. Grund dafür ist das stockende Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone, das Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IMF) zufolge im Jahr 2024 nur um 0,9 Prozent steigen wird. Im Vergleich dazu wird in den Vereinigten Staaten ein Wachstum von 2,1 Prozent vorhergesagt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch auf den Börsen wider, weshalb Anlageexperten wie Jörn Spillmann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) von einem Investment in europäische Aktien abraten. Langfristig betrachtet hat der amerikanische S&P 500 rund viermal mehr Rendite abgeworfen als der Euro-Stoxx 50 seit der Finanzkrise, wobei vor allem Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Amazon maßgeblich zum Höhenflug des S&P 500 beigetragen haben.

Eine sorgfältige Titelauswahl und Investition in aussichtsreiche Einzelunternehmen in Europa, die trotz des schleppenden Wirtschaftswachstums eine attraktive Rendite bieten, wird von Experten wie Markus Hansen, Portfoliomanager und Analytiker bei Vontobel, empfohlen. Beispielsweise Luxusgüteranbieter wie LVMH oder Hermès sowie Unternehmen im Technologiesektor wie die britische Relx-Gruppe und der IT-Dienstleister Wolters Kluwer könnten gute Renditemöglichkeiten bieten. Dies steht im Gegensatz zur generellen Entwicklung des europäischen Aktienmarkts, bei dem Wachstumsperlen rar sind.

Die langfristige Stärkung der Euro-Zone liegt nach Ansicht von Wirtschaftsexperten wie Stefan Legge, Professor für Makroökonomie an der Universität St. Gallen, in der Politik. Diese müsse die richtigen Grundvoraussetzungen für eine florierende Wirtschaft schaffen. Markus Hansen hofft auf den Bericht von Mario Draghi zur Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents, um neuen Optimismus unter den Anlegern zu entfachen. Jörn Spillmann ist hingegen skeptischer, ob die Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden können, besonders angesichts der politischen Fragmentierung der Euro-Zone.

Insgesamt zeigt sich, dass eine sorgfältige Titelauswahl und Investition in aussichtsreiche Einzelunternehmen in Europa angesichts des stockenden Wirtschaftswachstums und der politischen Herausforderungen eine vielversprechende Strategie für Anleger sein könnte.

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Tim Meisner

Tim Meisner ist ein angesehener Wirtschaftsexperte und Analyst mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Durch seine langjährige Tätigkeit in Deutschland hat er ein umfassendes Verständnis für lokale und nationale Wirtschaftsthemen entwickelt. Sein Fachwissen erstreckt sich von Finanzmärkten und Unternehmensstrategien bis hin zu makroökonomischen Trends. Er ist bekannt für seine klaren Analysen und durchdachten Einschätzungen, die regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien zitiert werden.

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